Philippinen: Gott sprach zu Duterte - DER SPIEGEL
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Philippinen Und Gott sprach zu Duterte

Der philippinische Präsident ist wegen seiner rabiaten Sprüche bekannt, nun hat Gott persönlich ihn gerügt - so erzählt es Duterte. Was der Allmächtige ihm sagte, dürfte einiges ändern.
Rodrigo Duterte
Rodrigo Duterte

Rodrigo Duterte

Foto: DAVID MAREUIL/ AFP
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Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat den Papst als "Hurensohn" bezeichnet, auch über US-Präsident Barack Obama lästerte er, und den rigorosen Anti-Drogen-Kampf im eigenen Land verglich er mit der systematischen Ermordung von Juden in der NS-Zeit .

Doch mit dem rüden Ton, den Flüchen und Beleidigungen soll jetzt Schluss sein. Der Grund: Gott persönlich habe zu ihm gesprochen. Das sagte Duterte in einer Rede in seiner Heimatstadt Davao.

Als er am Donnerstag von einer Reise aus Japan zurückkehrte, habe er plötzlich im Flugzeug eine Stimme vernommen. Alle um ihn herum hätten geschlafen, teilweise geschnarcht. Die Stimme sagte: "Wenn du nicht mit den Beschimpfungen aufhörst, lasse ich dieses Flugzeug abstürzen."

Duterte habe sich gefragt, wer da spricht. "Na, Gott natürlich", habe die Stimme gesagt. Daraufhin habe Duterte, so erzählte er es, Gott ein Versprechen gegeben. "Ich werde keine Slang- oder Schimpfwörter oder so etwas mehr benutzen. Ihr versteht mich schon richtig, denn ein Versprechen an Gott ist ein Versprechen an das philippinische Volk."

Viele Menschen auf den Philippinen sind streng katholisch. Die Geistlichen des Inselstaates hatten Duterte scharf kritisiert, nachdem er sich beim Papst-Besuch in Manila 2015 im Ton vergriffen hatte. Duterte hatte sich über einen Verkehrsstau im Zuge der Vorbereitungen geärgert. "Ich wollte rufen, 'Papst, du Hurensohn, geh doch nach Hause. Komm nicht wieder her'", sagte der Präsident zu seinen Anhängern.

Sollte Duterte sein jüngstes Versprechen tatsächlich halten, würde er sich praktisch neu erfinden. Bisher ist der 71-Jährige international vor allem mit seiner Beschimpfungsrhetorik - zum Beispiel gegen Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ("Dummkopf") - sowie mit Lobgesängen auf Russland und China aufgefallen. Wegen seines losen Mundwerks wurde er mit US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump verglichen und als der "Trump der Philippinen" bezeichnet.

Immerhin: In seiner aktuellen Rede verzichtete Duterte tatsächlich auf grobe Beschimpfungen. Aber auf die Frage, ob er die USA und Europa von jetzt an nicht mehr attackieren werde, antwortete er ausweichend. "Ich will nicht, dass irgendjemand meine Gedanken liest", sagte er. "Dann könnte ich nicht mehr frei handeln."

Im Video: Dutertes schlimmste Entgleisungen

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Philippinischer Präsident Duterte
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mja/AP