Piraten EU will Einsatzgebiet erweitern
Berlin - Die EU plant eine Ausweitung des Einsatzgebietes für den Kampf gegen die Piraterie vor der somalischen Küste. Das Mandatsgebiet für den EU-Einsatz "Atalanta" solle um die Seychellen erweitert werden, kündigte der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, am Donnerstag in Berlin an. Hintergrund sind die sich häufenden Fälle, in denen die Piraten außerhalb der von "Atalanta" kontrollierten Zone zuschlugen.
Die EU wolle in der kommenden Woche über die Änderung des Operationsplans entscheiden, sagte Schmidt. Offen ist noch, ob auch der Bundestag ein verändertes Mandat beschließen muss. Deutschland befürwortet die Ausweitung des Mandatsgebiets.
An der Operation "Atalanta" können bis zu 1400 Soldaten der Bundeswehr teilnehmen. Ziel ist es, die Piraten vor der Küste Somalias abzuschrecken und zu bekämpfen. Auf diese Weise soll die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung sichergestellt werden. Zum anderen werden so die Handelswege der Schiffe gegen Überfälle und Geiselnahmen gesichert.
Am Mittwoch gelang der US-Marine die Festnahme von 17 mutmaßlichen somalischen Piraten. Eine Sondereinheit ergriff sie vor der Küste des Jemens, wo sie ein ägyptisches Handelsschiff angegriffen hatten. Wie ein Sprecher der 5. US-Flotte am Donnerstag mitteilte, stellten die Seemänner des Lenkwaffenkreuzers "USS Gettysburg" bei dem Einsatz im Golf von Aden am Mittwoch unter anderem acht Sturmgewehre und einen Granatwerfer sicher.
An dem internationalen Anti-Piraten-Einsatz vor der somalischen Küste will sich auch der Iran mit zwei Kriegsschiffen beteiligen. Das meldete das staatliche iranische Fernsehen am Donnerstag.
Der Botschafter Teherans bei den Vereinten Nationen in New York, Mohammed Chasaei, habe UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ein entsprechendes Schreiben übergeben. Innerhalb der nächsten beiden Tage würden die beiden Kriegsschiffe für einen fünfmonatigen Einsatz im Golf von Aden aufbrechen.
Piraten haben in den vergangenen sechs Monaten zwei iranische Handelsschiffe entführt. Eines soll sich weiter in der Gewalt der Seeräuber befinden. Die Regierung in Teheran hatte bereits im Dezember die Entsendung eines Kriegsschiffes angekündigt. Ob dieses noch vor Ort ist, wurde nicht gesagt.