Porträt: Osama bin Laden - DER SPIEGEL
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Porträt Osama bin Laden

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Hamburg - Spätestens nach den blutigen Attentaten von Nairobi und Daressalam 1998 geriet der saudiarabische Millionär Osama bin Laden als Drahtzieher der Anschläge ins Fadenkreuz der internationalen Terrorismus-Fahnder. Seine "Islamische Front" hat sich indirekt zu den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania bekannt, bei denen rund 250 Menschen ums Leben kamen.

Westliche Geheimdienste ebenso wie französische und arabische Kommentatoren sehen den "weltweit gefährlichsten Terroristen" als Hintermann einer ganzen Reihe von blutigen Attentaten. Die "Islamische Front" ist ein Zusammenschluss von sechs großen Terror- Gruppen aus Afghanistan, Ägypten, Algerien, Bangladesch, Pakistan und der Kaschmir-Region. 1998 soll Bin Laden nach Geheimdienstinformationen den "Heiligen Krieg" erklärt und Ziele in der arabischen Welt sowie US-Einrichtungen in Europa ins Visier genommen haben.

Osama bin Ladens Akten bei westlichen Geheimdiensten sind umfangreich. Die Vereinigten Staaten verdächtigen ihn unter anderem, Drahtzieher der beiden Bombenanschläge von 1995 und 1996 in Saudi- Arabien gewesen zu sein, bei denen 24 Amerikaner ums Leben kamen.

Bin Laden entstammt einer Familie mit jemenitischen Wurzeln, die während des Baubooms in Saudi-Arabien ein Vermögen gemacht hatte. Das Eigentum des Clans wird auf 38 Milliarden US-Dollar geschätzt, das Privatvermögens von Osama bin Laden auf 300 Millionen Dollar. Bin Laden begann 1979 nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan mit der Rekrutierung arabischer Freiwilliger für die afghanischen "Mudschahedin" sowie deren Finanzierung.

Wegen seiner offenen Kampfansage an das saudische Königshaus wurde ihm 1994 die Staatsbürgerschaft entzogen. Außerdem enterbte ihn die Familie. Von 1991 bis 1996 lebte bin Laden im Sudan, seither soll er sich im südlichen Afghanistan versteckt halten.