Portrait: Dick Cheney - ein loyaler zweiter Mann - DER SPIEGEL
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Portrait Dick Cheney - ein loyaler zweiter Mann

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New York - Mit dem 59-jährigen Richard Cheney als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten hat George Bush einen alten Freund der Familie und erfahrenen Außenpolitiker ins Boot geholt. Cheney diente bereits während der Präsidentschaft von Bushs Vater (1989 bis 1993) als Verteidigungsminister. In diese Zeit fiel der Golfkrieg.

Cheney bringt nach Einschätzung von Beobachtern ein großes Plus in das Team von Bush, der immer wieder wegen seiner fehlenden außenpolitischen Kenntnis kritisiert worden war. Außerdem kann Cheney mit militärischer Erfahrung glänzen und kennt sich im Gegensatz zu dem texanischen Gouverneur Bush in den Wirren der Washingtoner Politik bestens aus.

Der konservative Pragmatiker kann auf eine lange Karriere in Washington zurückblicken. 1975 wurde der Politologe im Alter von 34 Jahren vom damaligen Präsidenten Gerald Ford zum Stabschef des Weißen Hauses gemacht. Nach Fords Wahlniederlage zog Cheney für den Bundesstaat Wyoming in das US-Repräsentantenhaus ein, wo er schnell in den Rängen der Republikaner aufstieg und es zum Fraktionschef brachte. Beobachter rechneten damit, dass Cheney sogar Parlamentspräsident werden könnte. Doch dann kam der Ruf ins Verteidigungsministerium.

Danach ging Cheney in die Privatwirtschaft. Er wurde Manager einer Ölfirma in Texas. Auf Rat seines Vaters holte George Bush ihn im April in sein Wahlkampfteam und erteilte ihm den Auftrag, einen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten zu finden. Cheney sprach mit vielen möglichen Kandidaten, darunter mit seinem einstigen Weggefährten im Golfkrieg, dem populären Ex-Generalstabschef Collin Powell. Nach diversen Absagen blieb schließlich nur noch er selbst übrig.

Eine offene Frage ist Cheneys Gesundheitszustand. Er hatte drei Herzinfarkte und musste sich 1988 einer vierfachen Bypass-Operation unterziehen. Sein Arzt bescheinigte ihm jedoch vor einigen Tagen beste Gesundheit.