Powell Raketenabwehr "notwendig"
Washington - Powell betonte nach Angaben seines Sprechers Richard Boucher die "Notwendigkeit", das Abwehrsystem NMD in das strategische Konzept aufzunehmen. Man wolle dabei aber "die Ansichten der Verbündeten, der Chinesen, der Russen und anderer berücksichtigen". Powell habe "klargemacht, dass es die Absicht der Regierung ist, diese Sache voranzutreiben", sagte Boucher.
Weitere Themen der Gespräche von Powell und Solana am Montag in Washington seien die Lage auf dem Balkan, der Nahe Osten und die Pläne für eine eigene europäische Verteidigung gewesen, die aus US-Sicht den Zusammenhalt der Nato als "Herz der europäischen Sicherheitsstrukturen" bedrohen könnten. Außerdem sprachen sie über die für den 6. März geplante Ministerkonferenz von USA und EU in Washington. Solana, außenpolitischer Beauftragter der EU, war der erste hochrangige europäische Politiker, den Powell nach seiner Amtsübernahme am 20. Januar empfing. Der Spanier traf im Weißen Haus auch mit der Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zusammen.
Das Vorhaben einer Raketenabwehr war am Wochenende auf der Münchner Sicherheitskonferenz scharf von Politikern aus Russland und Westeuropa kritisiert worden. Sie sind besorgt, dass es das strategische Gleichgewicht gefährden und zu einem neuen Wettrüsten führen könnte. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte deutlich gemacht, die USA würden die Raketenabwehr auch gegen die Bedenken der Europäer weiterentwickeln. Er sagte aber zu, die Bündnispartner in die Pläne einzubinden.