Präsidentenwahl auf Zypern Klarer Sieg des Oppositionskandidaten
Nikosia - Papadopoulos übernimmt am 1. März das Präsidentenamt der international anerkannten griechischen Zypernrepublik von dem amtierenden langjährigen Präsidenten Glafkos Klerides. Dieser kam laut dem amtlichen Endergebnis auf 38,8 Prozent, wie das staatliche zyprische Fernsehen berichtete. Klerides gestand seine Niederlage ein und gratulierte dem international kaum bekannten Sieger.
Papadopoulos wurde von der gesamten bürgerlichen, sozialistischen und kommunistischen Opposition unterstützt. Er hatte während des Wahlkampfes versprochen, er werde "härter" als Klerides mit den Inseltürken über den Uno-Plan zur Wiedervereinigung der seit 1974 nach einem griechischen Militärputsch und anschließender türkischer Invasion gespaltenen Insel verhandeln und dabei mehr für die Zyperngriechen herausschlagen. Hunderte Anhänger des Oppositionskandidaten gingen auf die Straßen in der Hauptstadt Nikosia und jubelten über den Wahlsieg von Papadopoulos.
Der 83-jährige Klerides hatte die Republik Zypern in seiner zehnjährigen Amtszeit an die Schwelle der EU gebracht. Im Mai soll Zypern Mitglied der Europäischen Union werden. Bei der Wahl hatten sich zehn Politiker um das höchste Staatsamt beworben.
Nach seinem Wahlsieg versprach Papadopoulos, dass er eine Lösung des Zypernkonflikts im Rahmen des Uno-Planes wolle. Dabei sollten alle Besonderheiten der Inselgriechen und Inseltürken "politisch und kulturell" berücksichtigt werden. Er werde sich alle Mühe geben, "damit ein vereinigtes Zypern der EU beitritt".
Der Uno-Plan sieht im wesentlichen eine Wiedervereinigung der griechischen Zypernrepublik mit der 1983 international nicht anerkannten Türkenrepublik im Norden der Mittelmeerinsel in Form einer Föderation nach Schweizer Vorbild mit zwei gleichberechtigten Gebietseinheiten vor. Die EU dringt auf eine Lösung bis zum 28. Februar.