Pressebericht Mutmaßlicher Attentäter von Madrid in Polizeihaft
Madrid - Die Zeitung "El País" berichtet, dass sich einer der mutmaßlichen Attentäter von Madrid in Polizeihaft befindet. Laut dem Blatt handelt es sich dabei um einen der drei Marokkaner, die am Wochenende festgenommen worden waren. Marokkanische Behörden bestätigten dieses bisher nicht.
Bisher wurde den Festgenommenen lediglich zur Last gelegt, ein Handy beschafft zu haben, das den Attentätern bei den Anschlägen als Zünder gedient haben soll. Nun gingen die Behörden davon aus, dass einer der Marokkaner an dem Blutbad am vergangenen Donnerstag mit 200 Toten direkt beteiligt gewesen war, hieß es weiter.
Die Nachrichtenagentur AP meldet, dass einer der festgenommenen Marokkaner auch an der Planung der Anschläge vom 11. September 2001 in Washington und New York beteiligt gewesen sein soll. Das gehe aus Gerichtsunterlagen hervor, die der Agentur Sonntagabend zugingen. Der verhaftete Marokkaner Jamal Zougam sei ein Mitstreiter von Imad Yarkas, dem mutmaßlichen Leiter einer spanischen Zelle der Terrororganisation al-Qaida.
Gegen Yarkas, der inhaftiert ist, und 34 weitere Personen wurde im Zusammenhang mit dem 11. September bereits ermittelt. Im September 2003 war Anklage gegen ihn erhoben worden. In der Anklageschrift soll auch Zougam genannt sein, er wurde den Unterlagen zufolge jedoch nicht angeklagt.
Ein Beamter erklärte, Zougam sei nach den Anschlägen von Casablanca im vergangenen Mai im Visier der Fahnder gewesen. Nach Angaben marokkanischer Behörden liegt gegen die beiden anderen am Wochenende festgenommenen Marokkaner, Mohamed Bekkali und Mohamed Chaoui, in ihrer Heimat nichts vor.