Propaganda: US-Militär sendet Anti-Saddam- Botschaften - DER SPIEGEL
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Propaganda US-Militär sendet Anti-Saddam- Botschaften

Jede Nacht sendet das amerikanische Militär per Radio subversive Botschaften an das irakische Volk und Militär. Schon während des Golfkrieges vor elf Jahren versuchten die USA auf diesem Weg einen Keil zwischen Saddam Hussein und die Iraker zu treiben. In Katar hat das US-Militär indes sein Hightech-Manöver beendet.
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Washington - Erstmals seit dem Golfkrieg 1991 strahlen die US-Streitkräfte von Flugzeugen über der südlichen Flugverbotszone Appelle aus, dem starken Mann von Bagdad die Gefolgschaft aufzukündigen. "Saddam lebt wie ein König, während seine Soldaten unterbezahlt und schlecht ausgerüstet sind", heißt es in den Botschaften. "Er hat auch Tausende von Soldaten während des Iran-Irak-Krieges geopfert." "Das Geld, das Saddam für sich an einem Tag ausgibt, wäre genug, um eine Familie ein ganzes Jahr lang zu ernähren." Die Anti-Saddam-Aufrufe werden jede Nacht fünf Stunden lang gesendet.

USA beenden Hightech-Militärübung

Im Fall eines Irak-Krieges sollen auf dem US-Militärstützpunkt As Sayliyah in Katar die Fäden zusammenlaufen: In den vergangenen neun Tagen haben die amerikanischen Streitkräfte dort in ehemaligen Lagerhäusern ein 58 Millionen Dollar teures mobiles Kommandozentrum getestet. Mehrere tausend Soldaten waren an der Übung mit dem Titel "Internal Look" beteiligt, die als Testlauf für einen Krieg gegen Irak gilt.

Nach Angaben aus Militärkreisen waren an dem Manöver hochrangige amerikanische und britische Militärs in Kuweit, Bahrain und Saudi-Arabien beteiligt. Einfache Soldaten kamen bei der Hightech-Übung unter Leitung des US-Generals Tommy Franks nicht zum Einsatz. Getestet wurde unter anderem die Steuerung aller amerikanischen und britischen Einheiten in der Golfregion von den US-Stützpunkten in Katar aus mit Hilfe mobiler Kommunikationstechnologie.

Die USA haben ihren Luftwaffenstützpunkt al-Udeid nahe der katarischen Hauptstadt Doha in den vergangenen Wochen zu einer Kommandozentrale für den Fall eines Kriegs gegen den Irak ausgebaut. Derzeit sind etwa 5000 US-Soldaten dort stationiert, die hauptsächlich in Afghanistan eingesetzt werden. Für das Manöver hat das US-Militär Personal des Zentralkommandos in Tampa/Florida nach Katar verlegt.

"Arbeitskopie" des Waffendossiers

Unterdessen haben zwei Tage vor der ersten Uno-Debatte über das irakische Waffendossier alle Mitglieder des Weltsicherheitsrates Einblick in das Dokument aus Bagdad erhalten. Auch Deutschland als Ratsmitglied von Januar 2003 an sollte noch am Dienstag eine so genannte Arbeitskopie erhalten. Diese Version ist von 12.000 auf etwa 3000 Seiten gekürzt und vor allem um jene Passagen bereinigt, in denen der Irak sein früheres Nuklearwaffenprogramm beschreibt.

Die fünf ständigen Länder des Sicherheitsrates, die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China, hatten mit der Begründung, dass sie selbst schon über Atomwaffen verfügen, vor einer Woche eine Kopie des vollständigen Originals des irakischen Dossiers erhalten. Sie sind laut Uno zu strenger Geheimhaltung über die Angaben verpflichtet. Dagegen gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass die Arbeitskopie mit der Zeit an die Öffentlichkeit gelangen dürfte.

Die zensierte Version für die anderen zehn Ratsmitglieder und alle fünf Länder, die am Jahresanfang einen Platz im Sicherheitsrat übernehmen, wurde von Uno-Chefinspekteur Hans Blix in Zusammenarbeit mit den Nuklearwaffen-Experten der USA und den anderen vier Vetomächten im Rat erarbeitet. Am Donnerstag wird Blix erstmals über seine vorläufige Auswertung des Irak-Berichtes im Sicherheitsrat sprechen.

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