Protest gegen neue Zellen Guantanamo-Gefangene in Hungerstreik
Hamburg - Der Protest richtet sich dem Bericht zufolge gegen die Unterbringung im Hochsicherheitstrakt, in den seit Dezember rund 160 Gefangene gebracht wurden. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat schon gegen die Abteilung "Camp 6" protestiert.
Es ist der größte Hungerstreik in Guantanamo, seit das Militär 2006 eine ebensolche Protestaktion mit Gewalt brach. Damals wurden die Gefangenen an spezielle Fesselstühle gebunden und mit einer Magensonde künstlich ernährt. Laut "New York Times" werden die 13 nun hungernden Gefangenen so streng überwacht, dass es ihnen unmöglich sei, sich zu Tode zu hungern. Seit Freitag würden zwölf von ihnen zwangsernährt. Die Aktion ist ein Rückschlag für das US-Militär, die Lage in den Gefängnis unter Kontrolle zu bringen.
"Wir haben hier keine Rechte, obwohl der oberste Gerichtshof festgestellt hat, dass uns Rechte zustehen", sagte einer der Hungerstreikenden, Majid al-Joudi, laut der Zeitung einem Arzt auf Guantanamo. "Wenn die Politik sich nicht ändert, wird die Zahl der Hungerstreikenden ansteigen." Adnan Farhan Abdullatif, ein Mitprotestierender, sagte: "Mein Wunsch ist zu sterben. Wir leben in einer Situation zum Sterben."
In "Camp 6" sind die Insassen dem Bericht zufolge 22 Stunden am Tag in ihren Zellen eingesperrt. Die übrige Zeit können sie mit anderen nur sprechen, indem sie ihnen durch kleine Schlitze in der Zellentür etwas zurufen. Amnesty International hatte nach Eröffnung des neuen Lagertraktes kritisiert, dass in den Zellen rund um die Uhr das Licht angeschaltet sei. Tageslicht und Frischluft kämen nicht hinein.
Ein Militärsprecher von Guantanamo, Robert Durand, spielte die Bedeutung des Hungerstreikes herunter. Er bezeichnete die Beschwerden der Gefangenen als "Propaganda". Der neue Zellentrakt sei komfortabler als der, in dem die Insassen zuvor untergebracht waren.
esp