Proteste in Athen Powell streicht seinen Olympia-Besuch
Washington/Athen - "Arbeitsüberlastung" nannte der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, als Grund für die Absage. Sowohl die Krisen im Irak als auc die im sudanesischen darfur machten den Besuch unmöglich. Das habe Powell seinem griechischen Amtskollegen Petros Molyviatis mitgeteilt.
Ein Sieg für die griechischen Demonstranten, auch wenn deren jüngste Aktionen offiziell nichts mit der Absage zu tun hatten. Tausende hatten zuletzt gegen Powells Auftritt bei Olympia protestiert - die kommunistische Partei Griechenlands zum Beispiel mit einem großen Plakat vor der Kulisse der Akropolis. Auf dem Transparent stand unter anderem "Powell Mörder verschwinde". Der Protest richtet sich gegen die amerikanische Irak- und Nahostpolitik.
Am Freitag ging die griechische Polizei in Athen gegen mehr als 2000 Demonstranten vor, die gegen den Besuch Powells zu den Olympischen Spiele protestierten. Nach einem Marsch durch die Innenstadt kam es vor dem Parlamentsgebäude zu Zusammenstößen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die Scheiben einwarfen und Brände entzündeten. Starke Polizeikräfte sicherten die Botschaft der Vereinigten Staaten.
Auf Transparenten und in Sprechchören wandten sich die Demonstranten vor allem gegen die Irak-Politik der USA und bezeichneten Powell als unerwünscht. Powell wollte am Sonntagabend an der Schlussfeier der Olympischen Spiele teilnehmen und zuvor mit Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis zusammentreffen.