Proteste in Nepal: Polizei feuert auf Demonstranten - DER SPIEGEL
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Proteste in Nepal Polizei feuert auf Demonstranten

Über 100.000 Demonstranten setzten heute in Katmandu den Protest gegen den autoritär regierenden König von Nepal fort. Sie wollen eine Verfassungsänderung erzwingen. Die Polizei reagierte mit Gummigeschossen und Tränengas.
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Katmandu - Mit Gummigeschossen und Tränengasgranaten hat die Polizei in Nepals Hauptstadt Katmandu am Samstag versucht, eine neue Massendemonstration der Opposition zu zerstreuen. Nach Oppositionsangaben wurden insgesamt rund 150 Menschen verletzt. Allein in einem Hospital wurden nach Auskunft von Ärzten 75 Verletzte eingeliefert.

Über 100.000 Demonstranten waren am 16. Tag der Proteste trotz einer Ausgangssperre durch die Stadt in Richtung auf den Königspalast gezogen. Sie protestieren gegen den autoritär regierende König Gyanendra. Er hatte in einer Rede an die Nation am Freitag unter den Druck der Demonstrationen die Übergabe der Regierungsgewalt an die oppositionelle Sieben-Parteien-Allianz angekündigt. Dieses Zugeständnis betrachtet die Opposition jedoch nicht als ausreichend. Der König war in seiner Erklärung nicht auf ihre Forderung nach einer Verfassungsversammlung zur Beschneidung seiner Macht eingegangen. Die Vereinten Nationen und die USA hatten sein Angebot begrüßt.

"Die Proklamation des Königs hat keinerlei Bedeutung", sagte am Samstag der frühere Premier Girjad Prasad Koirala von der nepalischen Kongresspartei, der größten Gruppe der Allianz. Das Bündnis hatte am Vormittag über das weitere Vorgehen beraten. "Wir akzeptieren das Angebot nicht. Wir setzen die Proteste fort", rief Madhav Kumar Nepal, Gerneralsekretär der Kommunistischen Partei danach der versammelten Menge vor dem Tagungsort zu. "Wir sind hier, um euch zu unterstützen. Geht nicht in die Knie, lasst das Volk nicht im Stich!", antwortete die Menge zurück. 

Das Oppositionsbündnis aus sieben Parteien sowie die maoistischen Rebellen haben in den vergangenen Wochen mit einem Generalstreik und Massenprotesten den Druck auf Gyanendra verstärkt, um ein Ende seiner seit einem Jahr andauernden Alleinherrschaft zu erreichen. Bei den Kundgebungen waren in den vergangenen 16 Tagen 14 Menschen getötet worden.

cai/reuters/ap/dpa