Putsch in Äquatorial-Guinea Sohn von Margaret Thatcher verhaftet
Kapstadt - Mark Thatcher stehe zu Hause unter Arrest, sagte Polizeisprecher Sipho Ngwema in Kapstadt. Noch im Lauf des Tages soll er eine Vorladung vor Gericht erhalten. Die Polizei hat inzwischen das Anwesen in der noblen Wohngegend Constantia durchsucht. Südafrikanischen Medien zufolge verhielt sich Thatcher relativ kooperativ.
Es gebe glaubwürdige Beweise dafür, dass Mark Thatcher an der Verschwörung zum Sturz der Regierung des ölreichen Äquatorial-Guinea beteiligt sei, sagte der Polizeisprecher weiter. Offenbar habe er die Verschwörer bei der Finanzierung und Logistik unterstützt.
Die Regierung des westafrikanischen Landes wirft Thatcher und einem afrikanischen Ölhändler die Finanzierung des Putschversuches vor, Anwälte haben dies bestritten. In dem kleinen afrikanischen Staat begann am Montag der Prozess gegen 19 Ausländer. Die Regierung wirft insgesamt 89 Männern aus Europa, Asien und Südafrika vor, als Söldner für einen Putsch gegen Präsident Teodoro Obiang angeheuert zu haben.
70 Mitglieder der Gruppe stehen in Simbabwe vor Gericht, wo sie am 6. März verhaftet wurden - nach Angaben der Behörden kurz vor ihrem Flug nach Äquatorial-Guinea. Der Hauptangeklagte, der südafrikanische Waffenhändler Nick du Toit, bestätigte weitgehend die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Den Männern droht bei einer Auslieferung nach Äquatorial-Guinea die Todesstrafe. Ein Mitglied der Gruppe, ein Deutscher, starb im Gefängnis.