Putsch Madagaskars Präsident tritt zurück
Antananarivo - Ravalomanana habe seine Ämter an Militärs übergeben, teilten laut Nachrichtenagentur AFP mehrere Diplomaten in der Hauptstadt Antananarivo mit. Oppositionsführer Andry Rajoelina war zuvor in den Amtssitz des Staatschefs in Antananarivo eingezogen.
Präsidentenpalast in Antananarivo: Gespannte Ruhe nach dem Sturm
Foto: DPARajoelina wurde dabei von Tausenden Anhängern begleitet. Die Soldaten, die das Gebäude im Zentrum der Hauptstadt Antananarivo am Montagabend eingenommen hatten, begrüßten ihn mit in die Höhe gereckten Waffen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Bevor er mit seinen Anhängern zum Präsidentensitz zog, dankte Rajoelina der Armee für die Besetzung des Gebäudes.
Am späten Montagabend hatten die Rebellen den Präsidentenpalast in Antananarivo eingenommen. Präsident Marc Ravalomanana flüchtete daraufhin in den zwölf Kilometer entfernten Iavoloah-Palast und kündigte an, bis zum Tod kämpfen zu wollen - bevor er dann doch seinen Rücktritt erklärte.
An seinem Rückzugsort hatte Ravalomanana Tausende seiner Anhänger und der ihm bisher ergebenen Präsidentengarde zusammengezogen, um einen Angriff anderer Militäreinheiten zu stoppen.
Militärchef André Ndriarijaona, der ebenso wie Teile der Ordnungskräfte mit Rajoelina sympathisiert, betonte: "Der sofortige Rücktritt von Staatspräsident Marc Ravalomanana ist der einzige Ausweg aus der politischen und sozialen Krise. Ich akzeptiere nicht länger, dass eine einzige Person die Ursache der landesweiten Unruhen ist." Oberstes Ziel sei die Wiederherstellung der Ordnung.
Am Morgen herrschte gespannte Ruhe in der Hauptstadt Madagaskars. Die Armee hatte sich auf die Seite von Oppositionsführer Andry Rajoelina geschlagen. Mehrere mit Maschinengewehren bestückte Panzerfahrzeuge, drei Militärlastwagen und mehrere Dutzend Soldaten standen vor dem besetzten Palast im Zentrum der Hauptstadt. Die Straße zum Ambohitsorohitra-Palast war für den Verkehr gesperrt.
Rajoelina und Ravalomanana liefern sich seit Mitte Dezember einen Machtkampf, bei dem mehr als hundert Menschen ums Leben kamen. Rajoelina wirft der Regierung vor, die Schätze des Landes an ausländische Firmen zu verschleudern.