Rabins Mörder Er bereut nichts
Tel Aviv - Während einer Gerichtsverhandlung in Beerschewa (Südisrael) hatte Amir Journalisten unter anderem gesagt, er bereue den Mord an Rabin nicht. "Schade, dass ich es nicht früher getan habe, vor Oslo II (dem zweiten Friedensabkommen mit den Palästinensern)", sagte Amir.
Amir, der Rabin am Abend des 4. November 1995 nach einer Massenkundgebung in Tel Aviv durch mehrere Schüsse in den Rücken ermordete, hatte das Gericht angerufen, um seine Entlassung aus der Einzelhaft zu beantragen. Er war nach dem Anschlag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe plus zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Umfrage ergab, dass inzwischen zwölf Prozent aller Israelis für eine Begnadigung des Rabin-Mörders sind.
Der israelische Polizeiminister Schlomo Ben-Ami ordnete bei der Gefängnisbehörde eine Untersuchung darüber an, wie es zu dem Interview mit Amir kommen konnte. Grundsätzlich wurde es Amir bislang untersagt, Interviews zu geben.
Der israelische Rechtsexperte Chaim Zadok sprach im Rundfunk von einem Versagen des Sicherheitspersonals im Gericht. "Man hätte das Interview mit Amir nicht erlauben dürfen", sagte Zadok. Da es aber bereits geschehen sei, sei es im Interesse der Öffentlichkeit, darüber informiert zu werden, dass Amir seine Tat nicht bereue.