Raketen-Verschrottung: Saddam beugt sich Blix-Ultimatum - DER SPIEGEL
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Raketen-Verschrottung Saddam beugt sich Blix-Ultimatum

Irak hat nach eigenen Angaben am Samstag vier al-Samud-2-Raketen zerstört. Mit den Uno-Inspektoren hat sich das Regime in Bagdad auf einen Zeitplan für die Verschrottung des gesamten beanstandeten Raketenprogramms geeinigt.
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Bagdad/Washington - Zudem führten die Uno-Inspekteure nach dreiwöchiger Pause wieder Interviews mit irakischen Wissenschaftlern. Indes verlautete aus dem Weißen Haus, das nur ein Rücktritt Saddam Husseins einen Krieg noch verhindern könne.

Der Sprecher von US-Präsident George W. Bush, Ari Fleischer, sagte am Freitagabend, Bedingung für die Abwendung eines Militärschlages sei "Entwaffnung und Regimewechsel". Die von Bagdad angekündigte Verschrottung des al-Samud-2-Programms hält man in Washington nicht für überzeugend. "Jedes Mal, wenn Saddam Hussein unter Druck ist, rüstet er ein bisschen ab. Er spielt sein Spiel", sagte Fleischer.

Aus irakischen Regierungskreisen verlautete, die vier Raketen seien in der Region al-Tadschi vernichtet worden, rund 30 Kilometer nördlich von Bagdad. Ein Sprecher der Uno-Waffeninspektoren konnte die Angaben zunächst nicht bestätigen. Zuvor hatten sich der Stellvertreter von Chefinspekteur Hans Blix, Demitrius Perricos, und der irakische Berater von Saddam Hussein, General Amer al-Saadi, auf die Einzelheiten der Zerstörung verständigt.

Uno befragte irakische Wissenschaftler

Blix hatte Irak ein Ultimatum bis zum Samstag gestellt, mit der Zerstörung der al-Samud-2 zu beginnen, weil sie in Tests weiter als die von den Uno erlaubten 150 Kilometer flogen. Er begrüßte Bagdads Einlenken am Freitag als "sehr bedeutenden Teil wirklicher Abrüstung". Der französische Außenminister Dominique de Villepin nannte es einen "wichtigen Schritt für die friedliche Abrüstung". Der stellvertretende russische Außenminister Juri Fedotow sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Itar-Tass am Samstag, eine Entscheidung über einen Krieg gegen Irak stünde "in scharfem Gegensatz zur aktiven Kooperation Bagdads mit den Waffeninspekteuren".

Von der tatsächlichen Verschrottung dürfte es abhängen, ob eine Mehrheit der Mitglieder im Sicherheitsrat für weitere Inspektionen oder einen Militäreinsatz stimmt. In einem 13-seitigen Bericht, den Blix dem Sicherheitsrat am Freitag vorlegte, machte er klar, dass die al-Samud-Raketen nur eines von vielen ungeklärten Problemen seien. Blix wird dem Sicherheitsrat am 7. März erneut Bericht erstatten.

Uno-Sprecher Hiro Ueki sagte, Freitagabend seien ein irakischer Biowaffenexperte und ein Raketenwissenschaftler befragt worden. Auch dies hatte Blix gefordert. Die Gespräche seien nicht aufgezeichnet worden. Die meisten Wissenschaftler verweigerten zuvor Gespräche ohne Aufzeichnungen. Die Uno-Inspekteure gehen jedoch davon aus, nur ohne Mitschnitte würden die Befragten wichtige Details mitteilen.

Die Vereinten Arabischen Emirate forderten Saddam Hussein als erstes arabisches Land am Samstag zum Rücktritt auf. Bei einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga im ägyptischen Badeort Scharm al-Scheich legte Präsident Scheich Sajed bin Sultan el Nahjan einen Vorschlag vor, demzufolge Saddam Hussein und sein Führungszirkel gegen Zusicherung von Straffreiheit Irak verlassen sollen. Nach Einschätzung von Beobachtern stellt Scheich Sajeds Standpunkt eine Minderheitsmeinung in der 22 Staaten umfassenden Arabischen Liga dar.

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