Ramallah Schüsse auf Friedensdemonstration
Ramallah - Nach Angaben der Berliner Friedensdemonstrantin Julia Deeg, die sich seit Anfang April mit etwa 30 anderen Demonstranten im Amtssitz des Palästinenserpräsidenten Arafat aufhält, ist es am Freitagmittag zu Schüssen israelischer Soldaten auf eine Gruppe von mehreren Hundert Demonstranten gekommen, die sich dem Amtssitz genähert hätten. Dabei seien sechs Zivilisten leicht und ein Demonstrant durch eine Schusswunde am Kopf schwer verletzt worden.
Rund um das Lager Arafats hätten zur selben Zeit israelische Soldaten mit Raupen Barrieren zusammengeschoben. Auf die Gruppe von Demonstranten, die sich in dem Amtssitz befinden, sei dabei mit so genannten Soundbombs geworfen worden, die laut detonieren aber keine Zerstörungskraft haben. Durch umherfliegende Splitter sei die Berlinerin dabei leicht am Bein verletzt worden, berichtete sie in einem Telefonat mit SPIEGEL ONLINE.
Fortgesetzte Offensive
Unterdessen hat Israel am Freitag die Offensive gegen palästinensische Extremisten im Westjordanland fortgesetzt, obwohl die USA erneut den vollständigen Abzug seines Verbündeten aus den autonomen Gebieten forderten. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters stieß die israelische Armee am Freitagmorgen mit Panzern in die Palästinenser-Stadt Kalkilja und drei Nachbardörfer vor, um nach eigenen Angaben Terroristen zu fassen. 15 Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge beteiligten sich an der Razzia. Die Armee teilte mit, in Kalkilja, Beita, Silt a-Dhar und Dschabaa seien 13 Palästinenser gefangen genommen worden.