Ramallah Seewi-Attentäter verurteilt
Ramallah - Das "Gericht" im belagerten Hauptquartier von Palästinenserpräsident Jassir Arafat bestand nur aus Sicherheitsleuten Arafats. Es verhängte gegen drei der vier Angeklagten Haftstrafen zwischen zwölf und 18 Jahren. Der vierte, der die Täter Monate lang in der Stadt Nablus versteckt hatte, erhielt eine einjährige Haftstrafe. Sie wurden von einem Verwandten Arafats "verteidigt". Alle Beteiligten waren Nicht-Juristen.
Der als ultrarechts eingestufte Seewi war im vergangenen Oktober in einem Hotel in Jerusalem von einem palästinensischen Attentäter aus nächster Nähe erschossen worden. Zu der Tat hatte sich die radikale Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) bekannt.
Arafat hatte die Männer erst auf massivem Druck Israels hin verhaften lassen. Wegen seines Zögerns hatte Israels Ministerpräsident Ariel Scharon Anfang Dezember Arafats Hauptquartier in Ramallah umstellen lassen und den Palästinenserführer praktisch unter Hausarrest gestellt.
Der Vorsitzende der PFLP, Ahmed Saadat, der sich ebenfalls im belagerten Amtssitz Arafats aufhält, wurde nicht vor Gericht gestellt. Er soll nach israelischen Informationen den Auftrag zur Ermordung Seewis gegeben haben.
Die israelische Regierung lehnte den Prozess ab und verlangte erneut die Überstellung der Verdächtigen.