Rebellen-Video Verschleppter Amerikaner fleht um sein Leben
Bagdad - Das etwa eine Minute lange Video, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, zeigt einen Mann, der sich als der US-Bürger Roy Hallams ausgibt. Er sitzt mit gekreuzten Beinen vor einem schwarzen Hintergrund. Augenscheinlich nervös und aufgeregt reibt der Mann seine Hände, mehrfach ballt er beim Sprechen die Fäuste. "Ich bin von einer Widerstandsgruppe im Irak festgenommen worden", sagte der Mann. "Ich bitte um Hilfe, weil mein Leben in Gefahr ist, weil ich mit den US-Truppen zusammengearbeitet habe." Die Authentizität des Videos konnte zunächst nicht geprüft werden. Eine Stellungnahme der US-Botschaft lag ebenfalls nicht vor.
Sein Hilferuf richte sich an die Führer der arabischen Welt, "speziell an Präsident Muammar Gaddafi, weil er dafür bekannt ist, dass er denen hilft, die leiden". Von US-Präsident George W. Bush erwarte er nichts, "da ich seinen Egoismus und sein Desinteresse für diejenigen kenne, die in dieses Höllenloch gestoßen werden", sagte der Mann. Während der Rede war - nur wenige Zentimeter vom Kopf des graubärtigen Mannes entfernt - das Sturmgewehr der mutmaßlichen Geiselnehmer zu sehen.
Hallums, 56, arbeitete nach Angaben von US-Medien für eine saudische Handelsfirma. Die amerikanische Botschaft in Bagdad sei in Kontakt mit der Familie. Hallums war am 1. November zusammen mit einem Philippiner und einem Nepalesen sowie drei Irakern aus einem Haus im westlichen Bagdader Stadtteil Mansur entführt worden. Vor der Entführung hatte es ein heftiges Feuergefecht gegeben, bei dem ein Wächter und ein Angreifer getötet wurden. Der Nepalese und die drei Iraker wurden kurz danach freigelassen. Die Firma, für die die Männer arbeitete, versorgte die irakische Armee mit Lebensmitteln.