Regierungsbildung Iraker streiten über Parlamentspräsidenten
Bagdad - Schon der Beginn der zweiten Parlamentssitzung seit der historischen Wahl im Januar verzögerte sich um fast drei Stunden. Vertreter von Schiiten, Kurden und Sunniten versuchten bis zur letzten Minute, sich auf einen Kandidaten festzulegen. Der Vorsitzende der Nationalversammlung schickte die Journalisten schließlich hinaus. Die Debatte ging hinter verschlossenen Türen weiter.
Obwohl die sunnitischen Parteien die Wahl boykottiert hatten, soll der Parlamentspräsident aus ihren Reihen kommen. Interimspräsident Ghasi al-Jawer lehnte den Posten jedoch ab. Kurden und Schiiten sehen in der Einbeziehung der Sunniten in eine Regierung der nationalen Einheit die Chance, die Lage im Land zu stabilisieren.
Bei den ersten Wahlen seit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein hatten am 30. Januar eine Allianz schiitischer Parteien und ein kurdisches Bündnis am besten abgeschnitten.