Front National: Triumph für Marine Le Pen - Rechtsruck in Frankreich - DER SPIEGEL
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Frankreich Marine Le Pens Front National gewinnt Regionalwahlen

Frankreich rutscht nach rechts: Der Front National liegt im ersten Wahldurchgang mit rund 28 Prozent vorn, Parteichefin Marine Le Pen jubelt über den Sieg. Der Entscheid gilt als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl 2017.
Front-National-Chefin Le Pen: Rechtsextreme stärkste Kraft
Front-National-Chefin Le Pen: Rechtsextreme stärkste Kraft

Front-National-Chefin Le Pen: Rechtsextreme stärkste Kraft

Foto: Julien Warnand/ dpa
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Bei den Regionalwahlen in Frankreich ist die politische Rechte als stärkste Kraft hervorgegangen: Der Front National (FN) kam auf rund 28 Prozent, wie das französische Innenministerium auf Basis fast aller abgegebener Stimmen berechnete. Wer in den Regionalparlamenten künftig die Mehrheit hat, wird aber erst im zweiten Wahldurchgang am kommenden Sonntag entschieden.

Der FN unter Partechefin Marine Le Pen setzte auf einen Wahlkampf gegen Europa und Ausländer, forderte die Schließung der Grenzen und mehr innere Sicherheit. Le Pen lag in Nord-Pas-de-Calais-Picardie klar vorn, ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen führte deutlich in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur im Südosten des Landes.

Le Pen bezeichnete den FN in einer ersten Reaktion als "erste Partei Frankreichs". "Wir sind dazu berufen, die nationale Einheit zu erreichen, die das Land braucht", sagte die 47-Jährige.

Platz zwei für Sarkozys Bündnis

Auf dem zweiten Platz landete ein von Ex-Präsident Nicolas Sarkozys Republikanern angeführtes bürgerliches Parteienbündnis mit rund 27 Prozent. Nach der Niederlage lehnte Sarkozy ein Bündnis gegen die Rechtsextremen ab.

Die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande kommen zusammen mit einer linken Partei landesweit auf rund 23,5 Prozent. Sie können im zweiten Wahlgang mit Unterstützung von Anhängern der Grünen und der radikalen Linken rechnen, die zusammen bei gut zehn Prozent landeten.

Die Regionalwahl findet in zwei Schritten statt. Für die zweite Runde qualifizieren sich alle Parteien, denen am Sonntag der Sprung über die Zehn-Prozent-Hürde gelungen ist.

Sarkozy lehnt Zusammenarbeit mit Sozialisten ab

Sozialisten und Konservative könnten theoretisch gemeinsam versuchen, dem Front National in der zweiten Wahlrunde den Weg zu verbauen. Beide Parteien müssten dazu ihre Listen zusammenlegen - oder eine Partei müsste zugunsten der anderen ihre Liste zurückziehen. Die konservativen Republikaner lehnten dies aber umgehend nach Bekanntwerden der Prognosen ab: Parteichef Sarkozy sagte, es würden weder Listen zurückgezogen noch mit den Sozialisten zusammengelegt. Das konservativ-bürgerliche Lager sei "die einzig mögliche Alternative".

Die Sozialisten wollten noch am Sonntagabend über ihre Haltung beraten. Regierungssprecher Stéphane Le Foll rief aber bereits das linke Lager zur Zusammenarbeit auf. Zusammengerechnet hätten die linken Parteien mehr Stimmen erhalten als das konservativ-bürgerliche oder das rechtsextreme Lager. Neben den Sozialisten hatten Grüne und Linksfront für die erste Wahlrunde eigene Listen aufgestellt. Diese Spaltung hatte das linke Lager schon bei früheren Wahlen geschwächt.

Von den rund 44,6 Millionen Wahlberechtigten beteiligten sich rund 50 Prozent und damit mehr als vor fünf Jahren. Die Abstimmung fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Regionalwahlen sind die letzte landesweite Entscheidung vor der Präsidentschaftswahl 2017.

asc/Reuters/dpa