Report: CIA sieht im Irak Terrorschule Nummer eins - DER SPIEGEL
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Report CIA sieht im Irak Terrorschule Nummer eins

Gebetsmühlenartig wiederholt US-Präsident George Bush, die Welt sei seit dem Irak-Krieg sicherer geworden. Sein Geheimdienst kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis. Danach läuft der Irak inzwischen Afghanistan den Rang als erste Adresse in Sachen Terroristenausbildung ab.
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Hamburg - Das National Intelligence Council, der Thinktank des CIA-Direktors, legte gestern einen Bericht vor, wonach Irak Afghanistan als die wichtigste Ausbildungsstätte für Terroristen abgelöst hat. Der Irak biete Terroristen eine "Basis für das Training und die Rekrutierung sowie die Gelegenheit, ihre technischen Fertigkeiten zu verbessern", hieß es. Die Geheimdienstler befürchten laut "Washington Post" vor allem, dass viele im Irak ausgebildeten ausländische Terroristen langfristig in ihre Länder zurückkehren und somit den Terrorismus weiter verbreiten.

Die Einschätzungen des Thinktanks über die Rolle des Irak in der internationalen Terroristenausbildung sind Teil eines 119-Seiten-Berichts über langfristige globale Trends. Die Experten widersprechen damit der Ansicht des US-Präsidenten, der Irak-Krieg diene vor allem dem Kampf gegen den Terror. Die Mitglieder des National Intelligence Council vertreten vielmehr die Ansicht, dass gerade das Kriegschaos den Terroristen ein unbehindertes Agieren ermöglicht habe.

Bush dagegen hält den Irak-Krieg trotz der großen Opfer und auch ohne den Fund von Massenvernichtungswaffen nach wie vor für gerechtfertigt. Die Welt sei nach dem Sturz Saddam Husseins sicherer geworden, erklärte Bush erst dieser Tage wieder in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC. Das militärische Eingreifen im Irak, das seit dem März 2003 viele tausend Menschen das Leben gekostet hat, sei es "absolut" wert gewesen. "Saddam war gefährlich", sagte der Präsident.

Bush betonte, dass er, wie viele andere auch, fest davon überzeugt gewesen sei, "dass wir Massenvernichtungswaffen finden". Auch andere Staaten und die Vereinten Nationen seien davon ausgegangen. Zuvor hatte das Weiße Haus einen Bericht der "Washington Post" bestätigt, dass knapp zwei Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs die Suche nach Massenvernichtungswaffen ohne jeden Fund eingestellt worden sei.

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