Republikaner: "Gustav" bringt Parteitag durcheinander - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Republikaner "Gustav" bringt Parteitag durcheinander

Hurrikan "Gustav" wirbelte den Parteitag der Republikaner durcheinander. Statt einer glanzvollen Eröffnung wurde die Versammlung ohne Präsident George W. Bush gestartet, der zur Unterstützung von John McCain reden sollte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Minneapolis/St. Paul - Der Auftakt des Nominierungsparteitags in Minneapolis-St. Paul begann verhalten: Die rund 2400 Delegierten kamen zur Eröffnung am Montag lediglich zu einer rund zweieinhalbstündigen Sitzung zusammen, hauptsächlich um sich wie von den Parteiregeln verlangt zu konstituieren. Mit Rücksicht auf die Gefahren durch Hurrikan "Gustav" und die Folgen für die betroffene Golfregion war das Programm drastisch gestutzt worden.

Geplant war ursprünglich eine achtstündige Tagung mit einer Rede von US-Präsident George W. Bush als Höhepunkt. Wie es in den nächsten Tagen weitergeht, blieb zunächst noch offen. Nach Angaben des TV-Senders CNN ist es das erste Mal, dass ein Parteitag wegen äußerer Einflüsse so tiefgreifend verändert wurde.

So war am Montag auch noch unklar, ob John McCain, der nach den bisherigen Plänen am Mittwoch von den Delegierten offiziell als Präsidentschaftskandidat nominiert werden soll, direkt auf dem Parteitag seine Antrittsrede halten wird. In einem Interview des Senders NBC hatte der Senator aus Arizona vor dem Eintreffen des Sturms auf dem Festland gesagt, es sei möglich, dass er via Satellit von der Golfküste aus sprechen werde. Die Antrittsrede nach der Nominierung bildet traditionell den Höhepunkt und Abschluss der Parteitage und zugleich den Einstieg in die heiße Wahlkampfphase.

Die Cheforganisatorin des Parteitages, Maria Cino, hatte sogar nicht gänzlich ausgeschlossen, dass die Delegierten McCain überhaupt nicht zu sehen bekommen werden. Wir hoffen alle, dass er hier sein wird", sagte sie dem Sender CNN. "Aber wir müssen es halt von Tag zu Tag abwarten."

Zumindest aber für Montag standen keine politischen Reden auf dem Programm. Stattdessen wollten First Lady Laura Bush und ihre potenzielle Nachfolgerin Cindy McCain kurz das Wort ergreifen, um "Wege aufzuzeigen, wie den Opfern des Hurrikans geholfen werden kann", hieß es am Montag in der Zeitung "Star Tribune". Auch die zahlreichen Party-Veranstaltungen für die Delegierten am Rande des Kongresses sollten nach Angaben führender Republikaner in Ton und Atmosphäre "gedämpft" und für Spendensammlungen zugunsten der von "Gustav" betroffenen Menschen genutzt werden.

Kurz nach Beginn des Parteitags kam es zu kleineren Krawallen. Eine Gruppe von Randalierern habe sich von einer Demonstration von Kriegsgegnern gelöst und die Scheiben mehrerer Polizeiwagen und eines Geschäftes eingeworfen, teilte die Polizei mit. Sicherheitskräfte berichteten von sieben Festnahmen. Nach offiziellen Angaben beteiligten sich rund 10.000 Menschen an der gegen die Politik von Bush gerichteten Demonstration.

als/dpa/AP/Reuters