Rom ruft Botschafter aus Indien zurück - DER SPIEGEL
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Drohender Mordprozess Rom ruft Botschafter aus Indien zurück

Zwei italienische Soldaten sollen zwei indische Fischer erschossen haben - weil sie dachten, es handle sich um Piraten. Zwar haben die Hinterbliebenen ihre Klage längst fallengelassen, indische Behörden bestehen jedoch auf einen Mordprozess. Nun zieht Rom Konsequenzen.
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Rom - Aus Protest gegen eine drohende Mordanklage gegen zwei italienische Marinesoldaten hat die Regierung in Rom ihren Botschafter aus Indien zurückgerufen. Wie das Außenministerium am Freitag mitteilte , wurde Botschafter Giacomo Sanfelice zu Konsultationen nach Rom beordert.

Die Soldaten werden beschuldigt, im Februar zwei indische Fischer erschossen zu haben. Sie hatten vor der indischen Küste einen italienischen Öltanker bewacht und die Fischer mit Piraten verwechselten. Sie sitzen seit dem Vorfall im südinischen Bundesstaat Kerala in Haft und sollen nun auf Initiative der Polizei des Mordes und des versuchten Mordes angeklagt werden.

Der Kapitän des Öltankers "Enrica Lexie" hatte nach dem Vorfall ausgesagt, die Soldaten seien von einem Piratenangriff ausgegangen, weil das Motorboot nah an sein Schiff herangefahren sei. Der Besitzer des Fischerbootes warf den Italienern dagegen vor, "ohne Anlass" auf die Fischer geschossen zu haben.

Schon im April hatten sich die Hinterbliebenen der Opfer mit Italien außergerichtlich auf eine Zahlung von umgerechnet je 144.000 Euro Entschädigung geeinigt und dafür ihre Klage fallengelassen. Die indischen Behörden bestanden jedoch auf einem Gerichtsverfahren. Die Italiener argumentierten, der Fall unterliege nicht der indischen Gerichtsbarkeit, weil sich der Vorfall in internationalen Gewässern zugetragen habe. Schon im März hatte Italiens Ministerpräsident Mario Monti den indischen Premierminister Manmohan Singh davor gewarnt, "einen gefährlichen Präzedenzfall" zu schaffen.

Um ihre Schiffe vor der Küste Somalias und im Indischen Ozean vor Piratenangriffen zu schützen, heuern immer mehr Reedereien Sicherheitskräfte an. Meist fahren private Wachleute auf den Schiffen mit.

aar/dpa/AFP

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