Ruanda: Wahlsieg für Kagame - DER SPIEGEL
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Ruanda Wahlsieg für Kagame

Ein offizielles Wahlergebnis gibt es noch nicht. Doch Ruandas Präsident Paul Kagame hat sich bereits zum Wahlsieger erklärt. Der Tutsi-Politiker erhielt offenbar mehr als 90 Prozent der Stimmen.
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Kigali - Amtsinhaber Paul Kagame erklärte sich zum Sieger der ersten freien Präsidentenwahl seit der Unabhängigkeit in Ruanda, nachdem etwa der Hälfte der 106 Wahlbezirke ausgezählt waren. Der aus dem Volk der Tutsi stammende Politiker lag zu diesem Zeitpunkt den Angaben der Wahlkommission zufolge mit 94,3 Prozent in Führung. Auf den gemäßigten Hutu-Politiker Faustin Twagiramungu entfielen demnach 3,5 Prozent der Stimmen.

In Kigali strömten am frühen Morgen tausende von Anhängern Kagames zusammen, um den sich abzeichnenden überwältigenden Wahlsieg zu feiern. "Dieser Sieg ist das Fundament für die nächste Stufe der Entwicklung, in die wir eintreten", rief Kagame der Menge zu. "Unser Sieg sollte eine Botschaft an die Welt sein, dass Ruanda auf dem richtigen Weg ist." Kagame stürzte mit seiner Patriotischen Front Ruandas (FPR) im Juli 1994 die damalige Hutu-Regierung und beendete einen Völkermord, dem rund eine Million Ruander zum Opfer fielen.

Das vorläufige amtliche Endergebnis wird für Dienstagmittag erwartet. In der ersten Präsidentenwahl seit der Unabhängigkeit von Belgien vor mehr als vier Jahrzehnten waren 3,9 Millionen Bürger wahlberechtigt. Kagame bezeichnete die Wahl am Montag als "großen Schritt für die Demokratie" und als Zeichen dafür, dass ethnische Konflikte der Vergangenheit angehörten.

Auch Twagiramungu, der nach dem Ende des Völkermords gut ein Jahr lang Ministerpräsident einer Regierung der nationalen Einheit war, sprach von einer "sehr positiven Entwicklung". Die Wahl lege die Basis für die Konsolidierung des demokratischen Prozesses in Ruanda, sagte er vor der Stimmabgabe am Montag.