Russische Blockade Waffenembargo gegen Eritrea und Äthiopien nicht in Sicht
New York - "Unbegrenzte Sanktionen haben sich in der Geschichte als falsch erwiesen", begründete Lawrow das "Njet" aus Moskau nach erneuten Konsultationen der Uno-Botschafter. Alle Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats hätten jedoch dem Vorschlag zugestimmt, einen Beauftragten der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) in die Konfliktregion zu entsenden. Russland ist neben der Ukraine der größte Waffenlieferant der beiden nordostafrikanischen Kriegsgegner.
"Das ist ein beschämendes Schauspiel", sagte dazu der Sprecher der deutschen Uno-Mission, Botschafter Hanns Schuhmacher. "Der Rat sollte den amerikanischen Resolutionsentwurf über ein Waffenembargo endlich zur Abstimmung bringen, damit diejenigen bloßgestellt werden, die eine Beendigung des opferreichen Krieges am Horn von Afrika verhindern."
Russland verfügt als ständiges Mitglied des Sicherheitsrates über ein Vetorecht. Wenn es offiziell gegen die Resolution stimmen sollte, wäre sie null und nichtig. Deshalb soll nun auf der Expertenebene ein Kompromiss gesucht werden, bevor die Botschafter erneut beraten. Deutschlands Außenminister Joschka Fischer hatte am Dienstag in einem Schreiben an seinen russischen Amtskollegen Igor Iwanow dringend gebeten, dass Moskau "das längst überfällige" Verbot aller Waffenlieferungen an die beiden nordostafrikanischen Länder nicht weiter blockiere.
Die Kämpfe am Horn von Afrika dauerten unterdessen an. Äthiopien sprach von Gebietsgewinnen an der westlichen Badme-Front. Der Kommandeur der vor knapp einer Woche begonnenen Offensive, Ataklti Berhe, erklärte, bei einem Überraschungsangriff am Freitag und Samstag seien 25.000 Eritreer entweder getötet, verwundet oder gefangen genommen worden. Die amtliche eritreische Nachrichtenagentur berichtete dagegen unter Berufung auf das Militär, die äthiopischen Truppen hätten "unhaltbare Verluste" erlitten.