Russland Putin nennt Subkow möglichen Nachfolgekandidaten
Moskau - Nach Aussage von Russlands Präsident Wladimir Putin gibt es mindestens fünf Politiker, die im kommenden März seine Nachfolge antreten könnten - darunter auch der neue Ministerpräsident Wiktor Subkow.
"Es ist gut, dass eine andere Person erschienen ist und die Menschen in Russland die Wahl haben werden", zitierte die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti den Staatschef. "Wie jeder russische Bürger kann Subkow für die Präsidentschaftswahlen kandidieren", sagte er. Weitere Namen nannte er nicht.
Laut Putin gab es vor 18 Monaten Kritik daran, dass für seine Nachfolge das Feld der Anwärter auf das Präsidentenamt leer war. "Heute gibt es mindestens schon fünf Leute, die den Präsidentenposten anstreben und gewählt werden könnten", sagte Putin auf einem Treffen mit Experten in Sotschi.
Bei der Präsidentschaftswahl am 2. März 2008 erwarten russische Experten den Sieg eines von Putin unterstützten Kandidaten. Als aussichtsreiche Aspiranten auf die Nachfolge sind bisher nur die stellvertretenden Ministerpräsidenten Sergej Iwanow und Dimitrij Medwedew gehandelt worden. Als chancenlos gilt der frühere Ministerpräsident Michail Kassjanow. Der Oppositionsvertreter erklärte im Juni offiziell seine Kandidatur.
Putin darf nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten, aber 2012 könnte er wieder kandidieren. Laut Analysten möchte er auch nach seinem Amtsende politischen Einfluss behalten. Er schließe eine Rückkehr als Präsident 2012 nicht aus. Allerdings wolle Putin keinen schwachen künftigen Präsidenten, um in fünf Jahren eine leichtere Rückkehr als Präsident zu haben.
Der neue Ministerpräsident Subkow kündigte heute im Parlament eine Politik der Stärke an. Er werde das Militär fördern und dafür sorgen, dass Russland größere Gewinne mit Gas und Öl erwirtschafte, sagte der 65-Jährige. Die Abgeordneten sprachen dem langjährigen Vertrauten Putin zu mehr als zwei Dritteln das Vertrauen aus.
Der Regierungschef hat nun eine Woche Zeit, um eine Kabinettsliste vorzulegen. Neben dem unpopulären Gesundheitsminister Michail Surabow scheint auch der reformorientierte Wirtschaftsminister German Gref ausgewechselt zu werden. Investoren und Finanzmärkte warteten mit Spannung auf eine Entscheidung über Finanzminister Alexej Kudrin, der den russischen Haushalt wieder in Ordnung gebracht hat.
son/AFP/Reuters