Vergeltung für Sanktionen Putin verhängt Einreisesperre für US-Bürger
Russischer Präsident Putin: "Solche Schritte bleiben nicht folgenlos"
Foto: ALEXEI NIKOLSKY / AFPHamburg - Als Reaktion auf US-Sanktionen kündigt Russland Vergeltung an. "Es werden definitiv Maßnahmen ergriffen", sagte der Sprecher des russischen Außenministeriums am Samstag. Zuerst werde einer bestimmten Anzahl von US-Bürgern die Einreise nach Russland verwehrt. Es handele sich unter anderem um Personen, die sich im Gefängnis Abu Ghuraib im Irak oder im Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba an Verstößen gegen die Menschenrechte beteiligt hätten.
"Wir haben mehrfach erklärt, dass wir die Sprache von Strafmaßnahmen für falsch halten. Aber solche Schritte bleiben nicht folgenlos", meinte Sprecher Alexander Lukaschewitsch. Der Westen wirft Russland vor, sich zu wenig für eine Entspannung in der Ukraine einzusetzen.
Die USA hatten die Sanktionen gegen Russland zuletzt verschärft. Unter anderem hatten sie Strafmaßnahmen gegen russische Banken sowie Energie- und Rüstungsfirmen verhängt. Unter den betroffenen Unternehmen sind unter anderem der Ölgigant Rosneft und die Gazprombank des gleichnamigen Gas-Monopolisten. Auch die nicht anerkannten "Volksrepubliken" Lugansk und Donezk sowie deren selbst ernannter Premierminister Alexander Borodaj wurden auf die Washingtoner Sanktionsliste gesetzt.
Fast zeitgleich beschlossen die Staats- und Regierungschefs der EU erstmals Sanktionen gegen russische Unternehmen, sofern diese zur Destabilisierung der Ukraine beitragen.
Experten zufolge verschärfen die Strafmaßnahmen Russlands Wirtschaftskrise. Die Aussperrung vom US-Bankenmarkt etwa dürfte in Russland wohl keine bedeutende Firma in den Ruin treiben, denn Geld gibt es auch in Asien. Aber die Finanzierungskosten dürften steigen. In der Folge müssten dann auch Unternehmen und Privatverbraucher in Russland höhere Zinsen zahlen, glaubt Ex-Wirtschaftsminister Andrej Netschajew: "Dann wird weniger investiert." Die Investitionen sind ohnehin schon ein großes Problem der russischen Ökonomie, ihre Zahl sinkt seit drei Quartalen.