Saudi-Arabien: Beziehungen zu Afghanistan gekappt - DER SPIEGEL
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Saudi-Arabien Beziehungen zu Afghanistan gekappt

Saudi-Arabien hat alle Beziehungen zu Afghanistan abgebrochen. Die Taliban-Regierung drohte unterdessen jedem mit Vergeltung, der einen Angriff auf ihr Land unterstützt.
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Riad - Die amtliche Nachrichtenagentur SPA zitierte eine offizielle Stellungnahme, wonach Saudi-Arabien versucht habe, die Taliban zu überzeugen, Terroristen keinen Unterschlupf zu gewähren. Darauf seien die Taliban nicht eingegangen. Als Konsequenz daraus hätten die Saudis die Beziehungen zum Taliban-Regime gekappt.

Die saudische Regierung begründete ihren Schritt damit, dass die Taliban auf dem von ihnen kontrollierten Gebiet "Verbrechern" Unterschlupf gewährten. "Diese Verbrecher lassen alle Moslems weltweit in einem schlechten Licht erscheinen", hieß es. Saudi-Arabien hatte dem gesuchten Terroristenführer Osama Bin Laden, der sich jetzt in Afghanistan aufhalten soll, 1994 die saudische Staatsbürgerschaft entzogen. Das saudische Herrscherhaus warf den Taliban außerdem vor, sie hätten die Großzügigkeit vieler Staaten ausgenutzt, die sie im Kampf gegen die sowjetische Besetzung (1979-89) unterstützt hatten.

Saudi-Arabien, Pakistan und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) waren die einzigen Länder weltweit, die die Taliban anerkannten. Die VAE hatten am Wochenende ihre diplomatischen Beziehungen zu Afghanistan abgebrochen. Nur noch Pakistan unterhält jetzt noch diplomatische Beziehungen zu Afghanistan.

Bricht auch Pakistan mit den Taliban?

Allerdings hatte US-Außenminister Colin Powell vor Bekanntgabe des saudi-arabischen Schritts angedeutet, dass auch Pakistan möglicherweise die diplomatischen Beziehungen zur Taliban-Regierung in Afghanistan erwäge. Im Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte Powell am Montag: "Es sind nur noch zwei Staaten übrig, die sie (die Taliban) anerkennen - und wer weiß, sie könnten sie (die Taliban) bald fallen lassen." Pakistan hatte am Montag mitgeteilt, es habe sein gesamtes Botschaftspersonal aus der afghanischen Hauptstadt Kabul abgezogen. Die pakistanische Vertretung war die einzige funktionierende in Kabul.

Ein Vertreter der Taliban-Regierung in Afghanistan drohte unterdessen jedem mit Vergeltung, der einen Angriff gegen sein Land unterstützt. "Jeder, der angreift oder bei einem Angriff hilft, ist unser Feind, und wir werden ihn angreifen", sagte der Vertreter des Verteidigungsministeriums, Mullah Noor Ali, dem in Katar ansässigen Fernsehsender El Jaseera.

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