Saudi-Arabien will Kinos nach mehr als drei Jahrzehnten wieder erlauben - DER SPIEGEL
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Mehr als drei Jahrzehnte verboten Saudi-Arabien will Kinos erlauben

35 Jahre galt das Verbot: Nun will Saudi-Arabiens neuer Kronprinz kommerzielle Kinos im Land erlauben. Der Schritt wird als Teil einer gesellschaftlichen Liberalisierung des Landes verstanden.
Mohammed bin Salman
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Foto: DPA
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Im März 2018 könnten die ersten Kinos schon öffnen: Saudi-Arabien hat das seit Jahrzehnten geltende Verbot aufgehoben. Kommerzielle Kinos sollten mit Beginn des kommenden Jahres öffnen dürfen, teilte das Kultur- und Informationsministerium des erzkonservativen Landes in Riad mit. Lizenzen sollten ab sofort ausgestellt werden.

Saudi-Arabien ist vom Wahhabismus geprägt, einer besonders strengen und traditionellen Lesart des Islam. Kinos sind in dem Land seit mehr als 35 Jahren verboten. "Das markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung der Kulturwirtschaft im Königreich", sagte Kulturminister Awwad Alawwad.

Die Entscheidung ist Teil eines großen Reformprojekts: Riad will seine Wirtschaft und Gesellschaft umfassend modernisieren. Die treibende Kraft dahinter ist der 32-jährige Kronprinz Mohammed bin Salman. Mehr als die Hälfte der Einwohner im Land ist jünger als 25 Jahre.

Bin Salman hatte nach seiner Ernennung im Juni einen Modernisierungskurs angekündigt. Ende September wurde das Ende des Fahrverbots für Frauen bekannt gegeben.

Doch tiefergehende gesellschaftliche Veränderungen sind das nicht, eher Schaufensterpolitik. Denn Frauen sind, ungeachtet ihrer wachsenden Rolle auf dem Arbeitsmarkt, in Saudi-Arabien auch nach dem Auto-Erlass nicht mit Männern gleichgestellt.

mho/dpa/AFP