Scharm al-Scheich: Clinton warnt vor einem Scheitern - DER SPIEGEL
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Scharm al-Scheich Clinton warnt vor einem Scheitern

Der Krisengipfel von Scharm al-Scheich soll Frieden im Nahen Osten bringen. Doch die Gesprächsteilnehmer waren zu Beginn alles andere als optimistisch.
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Scharm el Scheich/Jerusalem - Zum Auftakt des Treffens kamen der israelische Ministerpräsident Ehud Barak und der palästinensische Präsident Jassir Arafat mit US-Präsident Bill Clinton zusammen. Clinton betonte die Bedeutung des Treffens. "Wir können uns ein Scheitern nicht leisten", sagte er. "Die Zukunft des Friedensprozesses und die Stabilität der gesamten Region stehen auf dem Spiel." An dem Gipfel, der nach intensiver internationaler Vermittlung kurzfristig einberufen wurde, sollten neben Barak, Arafat und Clinton unter anderem der ägyptische Präsident Husni Mubarak, Uno-Generalsekretär Kofi Annan, der jordanische König Abdullah und ein Vertreter der EU teilnehmen.

Clinton forderte Barak und Arafat zu Beginn des Gipfels auf, an die seit 1993 erreichten Erfolge zu denken. "Wir sollten das alles nicht für die Dinge aufgeben, die in den vergangenen Wochen geschehen sind", sagte der US-Präsident. Die jüngsten Ereignisse erinnerten nur an die schreckliche Alternative zur Fortsetzung des Friedensprozesses, sagte Clinton.

Mubarak appellierte in seiner Eröffnungsrede an alle Beteiligten, das zu retten, was an Glaubwürdigkeit des Friedensprozesses noch übrig sei. Mubarak traf sich vor Beginn des Gipfels mit Barak, Arafat und Clinton zu Einzelgesprächen. Dabei knüpfte Barak die Erfüllung der palästinensischen Forderungen an Bedingungen, wie aus israelischen Kreisen verlautete. Israel werde nur dann die Abriegelung der palästinensischen Gebiete aufheben und seine Truppen abziehen, wenn Arafat für ein Ende der Unruhen sorge und die freigelassenen Extremisten wieder festnehme.

"Dann ist hier die Hölle los"

Arafats Berater Nabil Aburdeneh sagte vor dem Treffen, beide Seiten stünden an einem Scheideweg. Entweder werde der Friedensprozess wieder aufgenommen, oder der Stillstand halte an. Der israelische Außenminister Schlomo Ben-Ami meinte, angesichts der Feindschaft, Frustration und Missverständnisse sei es schwer, die Kluft zu überbrücken. Der palästinensische Unterhändler Sajib Erekat warnte davor, zu viel von Arafat zu verlangen. Er warf Barak vor, den Friedensprozess aufgegeben zu haben. Israel müsse den Krieg gegen die Palästinenser beenden. Falls der Gipfel scheitere, werde "die Hölle los sein", betonte Erekat.

Eine Stunde vor Beginn des Gipfels kam es in Nablus zu einer Schießerei zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. Etwa 1500 Demonstranten marschierten auf einen Kontrollposten der Armee am Stadtrand zu. Dabei löste sich eine Gruppe von 500 Personen und bewarf israelische Militärfahrzeuge mit Steinen. Heckenschützen beschossen die Soldaten, die das Feuer erwiderten. Zwei Palästinenser wurden laut Augenzeugen verletzt. Unruhen wurden auch aus anderen Städten des Westjordanlands gemeldet.

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