Schiitenaufstand USA wollen Sadr "tot oder lebendig"
BAGHDAD - Das US-Militär beabsichtigt, den Schiitenführer, der den Aufstand gegen die Besatzungsmächte in mehreren irakischen Städten orchestriert hat, "tot oder lebendig" zu fassen. "Die Mission der US-Streitkräfte ist es, Muktada al-Sadr zu fangen, tot oder lebendig", sagte General Ricardo Sanchez, Kommandeur der im Irak stationierten Truppen in Bagdad während einer Videokonferenz mit US-Journalisten.
Die Drohung scheint Wirkung zu haben. Sadr zieht nach Angaben seines Sprechers derweil seine Rebellen aus den Polizeistationen und Regierungsgebäuden der heiligen Stadt Nadschaf zurück und erfüllt damit teilweise eine der US-Forderungen nach einem Ende des Aufstands im Südirak. Zum ersten Mal kehren die Polizisten in ihre Reviere und auf die Straßen zurück, mehrere Tage nachdem die Mehdi-Militionäre von Muktada al-Sadr die Stadt übernommen hatte. In den Verhandlungen verlangten die USA zudem die Auflösung der Militia.
Zwischen Vertretern der USA und dem Rädelsführer Sadr war es nach Angaben einer schiitischen Exil-Organisation zuvor zu Gespräche über eine Waffenruhe gekommen. Mohsen al-Hakim, der Sohn des Chefs des Obersten Rates für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI), Abdel Asis al-Hakim, teilte am Montag in Teheran mit, die Gespräche fänden in Nadschaf im Irak statt. Außer der von Hakim zusammengestellten Delegation seien Vertreter weiterer schiitischer Organisationen als Vermittler an den getrennten Verhandlungen beteiligt gewesen.
Für die US-Streitkräfte im Irak erklärte Brigade-General Mark Kimmit in Bagdad, Vertreter der Provisorischen Koalitionsregierung hätten an den Gesprächen nicht teilgenommen.