Schreckensbilanz: 1000 Einsätze an einem Tag - DER SPIEGEL
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Schreckensbilanz 1000 Einsätze an einem Tag

Die Informationspolitik des Pentagon nimmt sich nüchtern und kühl aus: Mit 500 Marschflugkörpern, Raketen und Bomben wurde am Samstag der Irak attackiert. Kampfflugzeuge flogen von Flugzeugträgern und Stützpunkten in der Golfregion aus 1000 Einsätze. Das dadurch verursachte menschliche Leid lässt sich hinter den Zahlen nur erahnen.
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Bagdad - Die Zahlen nannte Brigadegeneral Stanley McChrystal vom Generalstab. Pentagon-Sprecherin Torie Clarke ergänzte, irakische Soldaten ergäben sich in großer Zahl. Unter den Deserteuren seien auch etliche Offiziere. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das irakische Regime zerstört ist und die Bedrohung der Region beendet wird", sagte Clarke.

Am Abend waren in Bagdad Dutzende Einschläge von Raketen und Marschflugkörpern zu sehen. Der Himmel wurde immer wieder durch Lichtblitze erleuchtet. Zu Beginn des Angriffs waren Gebetsrufe und das "Allahu Akbar" der Muezzine zu hören. Einige der Detonationen ereigneten sich offenbar im Zentrum der Stadt. Angeblich erstmals wurde gezielt die Stromversorgung Bagdads unterbrochen. Nach Angaben des US-Senders CNN soll es rund 200 Verletzte gegeben haben. Es gab keine Informationen darüber, ob und wie viele Tote es gegeben hat.

Die irakische Armee hatte am Nachmittag damit begonnen, Öl in Gräben rund um Bagdad anzuzünden. Die schwarzen Rauchwolken waren als Verteidigung gegen Luftangriffe gedacht. Der Korrespondent des Fernsehsenders al-Dschasira sagte, dass mit dem angezündeten Öl angreifende Flugzeuge und Raketen fehlgeleitet werden sollten.

Zuvor war Bagdad erneut von drei US-Raketen getroffen worden. Erstmals bombardierten die Alliierten Bagdad und Basra damit auch tagsüber. Dabei wurden auch wieder US-Langstreckenbomber vom Typ B 52 über Bagdad gesichtet. In der Hauptstadt waren heftige Explosionen zu hören.

In der Nacht zuvor hatte es den bisher schwersten Luftangriff auf Bagdad mit Hunderten von Marschflugkörpern und Bomben gegeben. Bei den Angriffen seien drei Menschen getötet worden, sagte Iraks Gesundheitsminister Umeed Midhat Mubarak auf einer Pressekonferenz. Informationsminister Mohammed Saeed el Sahaf erklärte, bei den Luftangriffen seien 207 Menschen verletzt worden. Seit Beginn des Kriegs am Donnerstag seien damit bereits 250 Iraker verwundet worden.

Bei den Angriffen trafen Raketen zwei Paläste des Präsidenten Saddam Hussein und weitere Regierungsgebäude. "Die Erde bebt in Bagdad", berichtete Reuters-Reporter Khaled Oweis. Die Infrastruktur blieb aber weitgehend unversehrt, so dass es in Bagdad am Samstag weiter Strom und Wasser gab.

Bald nach den ersten Angriffen hatte das irakische Fernsehen Bilder von einem Treffen Präsident Saddam Husseins mit seinem jüngeren Sohn Kussei und Verteidigungsminister Sultan Haschim Ahmed gezeigt. Diese Aufnahmen sollten wohl Spekulationen über eine mögliche Verletzung des Präsidenten in den US-Medien entgegentreten, erklärten arabische Beobachter.

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