Schwere Gefechte: "Schlachtfeld" Hebron - DER SPIEGEL
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Schwere Gefechte "Schlachtfeld" Hebron

Israelis und Palästinenser haben sich im Westjordanland die heftigsten Gefechte seit Beginn des Aufstandes vor neun Monaten geliefert. Anlass war der Tod eines jüdischen Siedlers.
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Hebron - Im Gaza-Streifen erschossen Soldaten einen Palästinenser. Er habe sie mit einer Granate beworfen, teilte die Armee mit. Die Armee beschoss in Hebron mehrere Posten der palästinensischen Eliteeinheit 17 und verletzte dabei zahlreiche Zivilisten. Zu den schwersten Gefechten kam es am späten Abend, als israelische Panzer mehrere Häuser auf palästinensischem Gebiet angriffen. Die Umgebung der Stadt haben gegen Mitternacht einem "Schlachtfeld" geglichen, berichtete Bürgermeister Mustafa Natsche.

Der israelische Militärrundfunk berichtete, die Armee habe sich nach wenigen Minuten wieder aus dem von Palästinensern verwalteten Gebiet in Hebron zurückgezogen. Am Vortag hatten Palästinenser mehrere Siedler im Westjordanland beschossen und einige schwer verletzt. Nach Angaben der Armee starb einer der Siedler in der Nacht zum Freitag.

Zu einem der Angriffe auf die Siedler bekannten sich in einer Video-Aufzeichnung maskierte Männer, die sich als Mitglieder der Fatah-Partei von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat bezeichneten. Wegen des Überfalls hatte die Armee am Donnerstag bereits vorübergehend einen Hügel bei Nablus besetzt. Auch er lag im Palästinenser-Gebiet.

In Hebron leben etwa 400 jüdische Siedler in schwer bewachten Enklaven mitten unter den Palästinensern. Die Stadt ist Juden wie Moslems heilig und einer der Brennpunkte der Gewalt seit Beginn des Aufstandes Ende September.

Die radikale Palästinenser-Organisation Hamas warf Israel den Mord eines ihrer Mitglieder vor. Ein Hamas-Mitglied kam in der Stadt Tulkarm im Westjordanland ums Leben, als sein Auto explodierte. Die israelische Armee teilte mit, sie wisse nichts von einer Detonation, untersuche jedoch Berichte über Gefechte.

Schröder warnt

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon kündigte eine "Politik der sofortigen Reaktion" auf palästinensische Angriffe an. Bundeskanzler Gerhard Schröder appellierte in Berlin an die Konfliktparteien, den Mitchell-Plan zügig umzusetzen.

Schröder warnte vor einer Eskalation der Gewalt. "Der Mitchell-Plan ist die einzige Chance, um zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu kommen", sagte Schröder nach einem Gespräch mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan. Die Eskalation der Gewalt müsse verhindert, überzogene Forderungen eingestellt werden. Wo Hilfe bei der Friedenssuche möglich sei, sollten USA, Uno und Europäische Union gemeinsam helfen. Der Mitchell-Plan soll zu neuen Friedensverhandlungen führen.

Seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes Ende September sind mindestens 617 Menschen getötet worden. Seit der am 13. Juni vereinbarten Waffenruhe starben mindestens 31 Menschen.

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