Serbien Djindjic räumt auf
Belgrad - Djindjic und sein Kabinett aus Vertretern der Koalition DOS und parteilosen Experten bekamen nach 13-stündiger Debatte 168 der insgesamt 250 Stimmen im serbischen Parlament.
Die neue Regierung umfasst neben Djindjic sieben Stellvertreter und 16 Minister. Sie legten am Abend ihren Amtseid ab. Bei der Vorstellung seines Programms bezeichnete Djindjic die Lage in seinem Land nach der zehnjährigen Herrschaft von Slobodan Milosevic als "dramatisch schlecht". Serbien befinde sich in allen Punkten an letzter Stelle in Europa. Er kündigte tief greifende politische und wirtschaftliche Reformen an. Dieser Wandel und alle bestehenden Probleme sollten auf demokratischem Wege gelöst werden, damit Serbien wieder zu Europa finde, sagte Djindjic. Die demokratische Regierung werde eine "gänzlich neue Politik" führen. Djindjic kündigte außerdem die Strafverfolgung von Tätern aus der Milosevic-Ära an.
Wenige Stunden nach seiner Bestätigung durch das Parlament setzte Djindjic den Chef des Sicherheitsapparates aus der Ära Milosevic, Rade Markovic, ab. Der neue serbische Innenminister Dusan Mihajlovic sagte in Belgrad, Markovic werde durch Goran Petrovic ersetzt, der seinen früheren Posten bei der Polizei während der Amtszeit des abgewählten Präsidenten Slobodan Milosevic verloren hatte. Petrovic solle die Polizei demokratisieren, sagte Mihajlovic. Die Gegner Milosevics legen vor allem der Geheimpolizei zahlreiche Morde und Entführungen zur Last.