Serbien-Montenegro Tadic siegt bei Präsidentschaftswahlen gegen Radikalen
Belgrad - Tadic versprach die Lösung der sozialen und nationalen Probleme des Landes. Er werde als "Bürgerpräsident" mithelfen, die "riesigen Schwierigkeiten" Serbiens zu bewältigen, sagte der 46-Jährige.
Damit hat Serbien, mit Abstand größter Teil des Staatenbundes Serbien-Montenegro, nach eineinhalb Jahren wieder einen Präsidenten. Zuvor waren drei Wahlversuche am geringen Interesse der Bürger gescheitert. Das Parlament hatte daraufhin die Bestimmung gestrichen, dass eine Wahl nur bei einer Beteiligung von mehr als der Hälfte der Wähler gültig ist. Das Wahlergebnis sei auch eine "politische Richtungsentscheidung", hieß es in ersten Kommentaren westlicher Diplomaten in Belgrad.
Nikolic zeigte in einer ersten Reaktion trotz der Niederlage Zuversicht. "Ich bin mehr als zufrieden, die Radikalen gehen erhobenen Hauptes", sagte er unter dem Jubel seiner Anhänger gestern Abend in Belgrad. Da seine Partei die stärkste Kraft im Lande bleibe, "kann es ohne uns keine Fortschritte geben". Der so genannte Demokratische Block werde schon in den nächsten Tagen im Streit zerbrechen, kündigte Nikolic an. Bei den jetzt wahrscheinlichen vorzeitigen Parlamentswahlen "wird uns keiner aufhalten können". Er habe die Präsidentenwahl nur verloren, weil alle Medien Serbiens und das gesamte Ausland für Tadic Position bezogen hätten.