Serbien: Mutmaßlicher Djindjic-Mörder gefasst - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Serbien Mutmaßlicher Djindjic-Mörder gefasst

Der vor zwei Wochen begangene Mord am serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic steht möglicherweise vor der Aufklärung. Die Polizei will den mutmaßlichen Attentäter festgenommen haben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Belgrad - Der Scharfschütze wurde als Zvezdan Jovanovic, Angehöriger der Kampfeinheit des Innenministeriums JSO, identifiziert, sagte Zoran Zivkovic, der neue serbische Ministerpräsident, am Dienstag in Belgrad.

Jovanovic sei ein ehemaliger stellvertretender Kommandeur einer Polizei-Eliteeinheit unter dem früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, so der Ministerpräsident weiter.

Die in einem Belgrader Stadtteil vergrabene Tatwaffe, ein Präzisionsgewehr vom Typ Heckler-Koch G3, wurde sichergestellt.

Auch der mutmaßliche Helfer bei dem Anschlag, ebenfalls JSO- Angehöriger, sei festgenommen worden, sagte Zivkovic. Er gab auch bekannt, dass der Befehlshaber der berüchtigten JSO-Einheit, Dusan Maricic, abgelöst und inhaftiert worden ist.

Der frühere JSO- Kommandeur, Milorad Lukovic, genannt Legija, gilt bei der landesweiten Fahndung als Hauptdrahtzieher für die Planung und Durchführung des Attentats. Er ist weiterhin auf der Flucht. Nach Angaben des Innenministeriums kontrollierte seine Gruppe den Rauschgifthandel und den Handel mit gestohlenen Fahrzeugen.

Djindjic war am 12. März vor einem Regierungsgebäude in Belgrad erschossen worden. Die serbischen Ermittler machen die Belgrader Untergrundorganisation Zemun-Klan für die Tat verantwortlich.

Im Zusammenhang mit dem Attentat vom 12. März sind inzwischen mehr als 3500 Personen verhört und mehr als 1300 festgenommen worden. Gegen fast 300 Personen sei Strafanzeige gestellt worden. Die ersten Verfahren könnten schon in dieser Woche beginnen, so der Ministerpräsident.

Bojan Pajtic, Fraktionschef der regierenden Koalition DOS im serbischen Parlament, versicherte am Dienstag, durch diese Prozesse könnten die bisher ungeklärten schwersten Verbrechen des vergangenen Jahrzehnts in Serbien gelöst werden