Sierra Leone: Alle Uno-Geiseln sind frei - DER SPIEGEL
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Sierra Leone Alle Uno-Geiseln sind frei

Die Rebellen in Sierra Leone haben auch die letzten 85 von ursprünglich 500 festgehaltenen Blauhelm-Soldaten freigelassen. Nach Uno-Angaben würden allerdings noch vier Militärs vermisst, man müsse davon ausgehen, dass sie tot seien.
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Freetown/New York - Die Soldaten und militärischen Beobachter der Vereinten Nation waren vor fast einem Monat in die Gewalt der Revolutionären Vereinigten Front (RUF) geraten. Nachdem in den vergangenen Tagen immer wieder einzelne Gruppen von den Rebellen auf freien Fuß gesetzt worden waren, kamen nun die letzten Blauhelme frei.

"Wir glauben jetzt, dass wir alle Geiseln haben", sagte Uno-Sprecher David Wimhurst in Freetown. Der Generalsekretär der Weltorganisation, Kofi Annan, dankte in einer Erklärung allen Staatschefs Westafrikas, die sich für die Uno-Mitarbeiter verwendet hätten. Vor allem erwähnte Annan den Präsidenten Liberias, Charles Taylor, der maßgeblich zur Geiselbefreiung beigetragen habe. Taylor gilt als einer der wichtigsten Verbündeten und Waffenlieferanten der Rebellen in Sierra Leone. Annan äußerte außerdem die Hoffnung, dass die Freilassung der Blauhelme ermögliche, die Suche nach Frieden und Stabilität in Sierra Leone zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Die Geiselkrise hatte begonnen, als Einheiten der Uno-Friedenstruppen in Sierra Leone (Unamsil) ihrem Mandat gemäß versuchten, die Kontrolle auf den Osten des Bürgerkriegslandes auszudehnen. Rebellen der RUF hatten das durch die Geiselnahme verhindert. Ob die Uno erneut versuchen wird, das Gebiet unter Kontrolle zu bekommen, ist bislang unklar.