Sierra Leone Kriegsschiff vor der Küste
Freetown/Washington - Bereits am 7. Februar hatte der Weltsicherheitsrat die Verstärkung der Uno-Soldaten für Sierra Leone von 6000 auf 11.100 Mann beschlossen. Um dieses Ziel zu erreichen sollen nun 2400 Soldaten aus Bangladesch in das westafrikanische Land gebracht werden. Die USA hätten angeboten, die Beförderung der drei Bataillone zu übernehmen, teilte Pentagon-Sprecher Kenneth Bacon mit.
Unterdessen sprach sich die westafrikanische Staatengemeinschaft, Ecowas, nach Informationen der BBC dafür aus, dass das Uno-Mandat der Blauhelme von einer friedenserhaltenden in eine friedensschaffende Mission umgewandelt werden muss. Andernfalls müsse die Staatengemeinschaft ihre Eingreiftruppe Ecomog in das Bürgerkriegsland entsenden, sagte ein Ecowas-Sprecher. Nigerias Vizepräsident Atiku Abubakar erklärte, sein Land sei zur erneuten Entsendung von Truppen bereit, wenn die Vereinten Nationen die Kosten für den Einsatz übernehmen würden. Nigeria bildete das Rückgrat der westafrikanischen Eingreiftruppe Ecomog, die im November letzten Jahres von der Uno-Mission für Sierra Leone (UNAMSIL) abgelöst wurde.
Zur möglichen Unterstützung der bedrängten Uno-Mission in Sierra Leone kreuzt derzeit ein Kriegsschiff der US-Marine vor Westafrika. Die "Thunderbolt" halte sich für jede erforderliche Hilfe in Bereitschaft, sagte Bacon. Die "Thunderbolt" ist ein Küstenpatrouillenboot der Cyclone-Klasse. Diese Schiffe mit 28 Mann Besatzung werden häufig von Spezialeinsatzkräften, wie etwa den Navy-Seals, als Basis benutzt. Nach Angaben Bacons sind gewöhnlich zusätzlich zwölf Elitesoldaten an Bord, die genaue Zahl der "Thunderbold" nannte er nicht.
Nach einer Konfrontation mit Rebellen der RUF zogen sich Uno-Soldaten aus der 60 Kilometer östlich von Freetown gelegenen Ortschaft Masiaka zurück, wie Uno-Sprecher David Wimhurst mitteilte. Auch suchten mehrere hundert Menschen aus der Umgebung von Masiaka Zuflucht in der Hauptstadt Freetown. Seit dem Abzug der letzten nigerianischen Soldaten in der vergangenen Woche befinden sich etwa 500 Angehörige der Uno-Mission in Sierra Leone in der Gewalt der RUF.