Simbabwe Mnangagwa verspricht Wachstum und Arbeitsplätze
Emmerson Mnangagwa bei seiner Rede in Harare
Foto: TONY KARUMBA/ AFPNach dem Rücktritt von Simbabwes Langzeitpräsident Robert Mugabe hat dessen designierter Nachfolger Emmerson Mnangagwa seinen Anhängern Demokratie und Wirtschaftswachstum versprochen. Der frühere Vizepräsident soll noch am Freitag vereidigt werden.
"Das Volk hat gesprochen. Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes", sagte der 75-Jährige nach der Rückkehr aus dem selbst gewählten Exil vor Tausenden Anhängern in der Hauptstadt Harare. Man stehe am Beginn einer "neuen Demokratie". Seine Regierung werde sich für Frieden, Wachstum und Arbeitsplätze einsetzen. Dafür sei er auf die Hilfe der internationalen Gemeinschaft angewiesen.
Mugabe hatte Mnangagwa Anfang November als Vize entlassen. Er floh daraufhin aus Angst um seine Sicherheit nach Südafrika. Er hat den Rückhalt der Regierungspartei Zanu-PF und der Militärführung, die in der vergangenen Woche geputscht hatte. Mugabe war am Dienstag nach fast vier Jahrzehnten an der Macht zurückgetreten. Damit war er einem Amtsenthebungsverfahren des Parlaments zuvorgekommen.
Mnangagwa soll das Land im südlichen Afrika wohl bis zu den im August 2018 geplanten Wahlen führen. Ob er die Opposition an der Übergangsregierung beteiligen wird und wie schnell das Militär die Macht wieder einer zivilen Führung übergeben wird, blieb zunächst unklar. Vor seiner Abreise aus Südafrika traf Mnangagwa am Morgen noch mit Präsident Jacob Zuma zusammen.
Der unter dem Spitznamen "Das Krokodil" bekannte Mnangagwa ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite Simbabwes. Der Hardliner gilt als Verbündeter des Militärs. Er hat unter Mugabe unter anderem den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.
Oppositionsführer Morgan Tsvangirai forderte, schnellstmöglich freie und faire Wahlen abzuhalten, um aus Simbabwe wieder eine erfolgreiche Demokratie zu machen. Auch Vertreter der internationalen Gemeinschaft verlangten eine rasche Rückkehr zur Demokratie. "Der Weg vorwärts muss zu freien und fairen Wahlen führen", erklärte US- Außenminister Rex Tillerson. Das Auswärtiges Amt in Berlin erklärte über Twitter, Deutschland wolle die Erneuerung Simbabwes "gemeinsam mit unseren europäischen und internationalen Partnern" unterstützen.
Die Menschen in #Simbabwe wollen einen Neuanfang: demokratisch, pluralistisch und friedlich. Gemeinsam mit unseren europäischen und internationalen Partnern stehen wir bereit, diesen Weg zu unterstützen.
— Auswärtiges Amt (@AuswaertigesAmt) November 22, 2017
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Mugabe hatte Mnangagwa Anfang des Monats gefeuert, was weithin als einer der Auslöser des Militärputsches vom 15. November gesehen wurde. Das Militär stellte Mugabe unter Hausarrest, woraufhin sich seine bisherigen Unterstützer in Windeseile von ihm abwandten.
Der Putsch der Generäle wurde nach Meinung von Experten auch dadurch ausgelöst, dass Mugabe seine unbeliebte Frau Grace, 52, als seine Nachfolgerin etablieren wollte. Bislang ist noch unklar, ob Mugabe in Simbabwe bleiben wird und ob ihm möglicherweise von der Militärführung Straffreiheit zugesichert wurde.
Mugabe war in dem Land im südlichen Afrika seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht, zunächst als Premierminister und seit 1987 als Präsident. Seine Regierungsführung wurde mit den Jahren zunehmend autoritärer. Unter seiner Führung wurde aus der wohlhabenden Kornkammer der Region ein Armenhaus.