Sir Ivan Rogers: Britischer EU-Botschafter tritt zurück - DER SPIEGEL
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Vor Brexit-Verfahren Britischer EU-Botschafter Rogers tritt zurück

Die Briten müssen bei den Verhandlungen zum EU-Austritt auf ihren jetzigen Botschafter in Brüssel verzichten: Offenbar wegen Differenzen hinsichtlich des Brexit-Fahrplans gibt Ivan Rogers seinen Posten auf.
Ivan Rogers in Brüssel
Ivan Rogers in Brüssel

Ivan Rogers in Brüssel

Foto: FRANCOIS LENOIR/ REUTERS
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In weniger als drei Monaten soll das Brexit-Verfahren beginnen - jedoch ohne den jetzigen EU-Botschafter Großbritanniens. Ivan Rogers tritt von seinem Amt zurück, wie die britische EU-Botschaft am Dienstag bestätigte.

Zu den Gründen hieß es, Rogers wolle vor Beginn der Brexit-Verhandlungen seinen Posten für einen Nachfolger freimachen. Die britische Premierministerin Theresa May hatte angekündigt, bis Ende März den offiziellen Austrittsantrag zu stellen. Rogers' Amtszeit wäre im Oktober planmäßig zu Ende gegangen; ein Nachfolger wäre dann mitten im Verhandlungsprozess gekommen.

Rogers hat den Posten seit November 2013 inne. Zuvor war er EU-Berater des ehemaligen Premierministers David Cameron und hatte unter anderem die neuen Bedingungen der britischen EU-Mitgliedschaft verhandelt - die dann aber nicht umgesetzt wurden, weil die Briten sich trotzdem für den Austritt entschieden.

Britische Medien berichteten zuletzt über Differenzen zwischen Rogers und mehreren Kabinettsmitgliedern, die beim Brexit demnach andere Ansichten vertraten. Die britische BBC hatte im Dezember berichtet, dass die Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit Großbritannien zehn Jahre dauern könnten. Londoner Boulevardmedien hatten Rogers diese Einschätzung persönlich zugeschrieben und ihn als "düsteren Pessimisten" bezeichnet. Die britische Regierung dementierte das allerdings: Rogers habe lediglich die Einschätzungen anderer Mitgliedstaaten übermittelt. Dass die Verhandlungen tatsächlich zehn Jahre dauern könnten, wies ein Sprecher von Premierministerin May zurück.

Die Briten hatten in einer Volksabstimmung am 23. Juni mehrheitlich für einen Austritt aus der EU gestimmt. Der auf zwei Jahre angelegte Austrittsprozess kann erst beginnen, wenn London das Ausscheiden aus der EU nach Artikel 50 des EU-Vertrags beantragt hat.

vks/mbe/dpa/AFP