Somalia: 18 Minister reichen Rücktritt ein - DER SPIEGEL
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Somalia 18 Minister reichen Rücktritt ein

Die somalische Übergangsregierung steckt in einer tiefen Krise: 18 Minister haben ihren Rücktritt eingereicht. Sie werfen ihrem Ministerpräsidenten vor, nicht auf das Gesprächsangebot der Islamisten einzugehen, die weite Teile des Landes beherrschen.
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Mogadischu - "Unsere Regierung hat keine nationale Versöhnung erreicht, darum haben wir beschlossen zurückzutreten", sagte Osman Ali Atto, der bisher Minister für Öffentliche Angelegenheiten war. Die Parlamentarier verwiesen auch auf die Entsendung äthiopischer Truppen, die die somalische Regierung vor islamischen Milizen schützen sollen. Außerdem warfen sie der Regierung mangelnden Transparenz vor. Es wurde erwartet, dass noch weitere Minister zurücktreten würden.

Aus Regierungskreisen verlautete zudem, einige Parlamentsabgeordnete planten den Sturz von Ministerpräsident Ali Mohamed Gedi über eine Vertrauensabstimmung. Ziel sei es, eine neue Gesprächsrunde mit den Islamisten zu starten und ihnen dann auch Regierungsposten anzubieten. Dies wird als einzige Möglichkeit gesehen, der Gewalt in dem ostafrikanischen Land ein Ende zu bereiten.

Im Juni hatte es schon einmal Gespräche zwischen der Übergangsregierung und den Islamisten gegeben, und zwar im Sudan. Eine zweite Runde in diesem Monat boykottierte die Regierung zunächst, lenkte später unter internationaler Vermittlung aber ein. Die Islamisten wiederum machten den Abzug äthiopischer Truppen aus Somalia zur Vorbedingung neuer Gespräche. Sie werfen der Regierung vor, diese Truppen ins Land zu holen. Äthiopien bestreitet hingegen, Streitkräfte geschickt zu haben.

Die von den Vereinten Nationen unterstützte Übergangsregierung musste in den vergangenen Wochen weitgehend hilflos zusehen, wie der Oberste Islamische Gerichtsrat den Süden des Landes und die Hauptstadt Mogadischu unter seine Kontrolle brachte. Die vor zwei Jahren eingesetzte Regierung kontrolliert dagegen nur die Stadt Baidoa, etwa 250 Kilometer von der Hauptstadt entfernt.

hen/Reuters/AP/AFP

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