Spanien Eta-Kommando festgenommen
Madrid - Die Operation war der größte Fahndungserfolg der Polizei in Madrid beim Kampf gegen den Eta-Terror seit zwölf Jahren. Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Angaben des spanischen Innenministers Jaime Mayor Oreja um zwei Männer und zwei Frauen.
Die beiden mutmaßlichen Terroristinnen hatten vor ihrer Festnahme vergeblich versucht, in die kubanische Botschaft in Madrid zu flüchten. Die 24 und 25 Jahre alten Frauen hätten bemerkt, dass sie von Sicherheitsbeamten beschattet worden seien, sagte der Minister. Sie hätten in der Botschaft um politisches Asyl ersuchen wollen, seien aber vom Personal der kubanischen Vertretung abgewiesen worden.
Nach Angaben des Innenministeriums gilt es als ausgeschlossen, dass die Festgenommenen mit der jüngsten Explosion einer Autobombe in Madrid zu tun gehabt haben. Das Quartett sei erst vor einer Woche in der Stadt eingetroffen, hieß es. Möglicherweise sollte es ein anderes Eta-Kommando ablösen oder Anschläge vorbereiten.
Die Polizei verhaftete außerdem in Barcelona und Madrid vier weitere Verdächtige. Bei ihnen war aber zunächst nicht klar, ob sie mit der baskischen Terrororganisation zu tun haben. Die Ermittler fanden zudem in Madrid und im nahe gelegenen Azuqueca de Henares vier Wohnungen, die Eta-Terroristen als Unterschlupf gedient hatten. Sie stellten Waffen und falsche Ausweise sicher.
Am Montag voriger Woche hatten mutmaßliche Eta-Terroristen in Madrid einen Richter des Obersten Gerichtshofes sowie dessen Fahrer und Leibwächter getötet und mehr als 60 Menschen verletzt. Seit Anfang des Jahres wurden 19 Menschen bei Anschlägen der Eta getötet. Mayor Oreja fürchtet, die Terrorwelle der Separatisten werde auch nach den jetzigen Festnahmen anhalten.