Spanien: Polizei zerschlägt Eta-Terrorzelle - DER SPIEGEL
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Spanien Polizei zerschlägt Eta-Terrorzelle

Neuer Erfolg im Kampf gegen die Eta: Bei einer großangelegten Razzia hat die spanische Polizei fünf mutmaßliche Mitglieder der Untergrundorganisation festgenommen - und damit eine Terrorzelle zerschlagen. Die Verdächtigen hatten im Herbst 2008 besonders hinterhältige Anschläge verübt.
Baskischer Innenminister Ares (l.) mit Vize: "Die Eta ist so geschwächt wie nie zuvor"
Baskischer Innenminister Ares (l.) mit Vize: "Die Eta ist so geschwächt wie nie zuvor"

Baskischer Innenminister Ares (l.) mit Vize: "Die Eta ist so geschwächt wie nie zuvor"

Foto: VINCENT WEST/ Reuters
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Madrid - Es war früher Morgen, als die 100-Kilo-Bombe im September 2008 in der Nähe des Polizeikommissariats explodierte. Elf Menschen wurden damals leicht verletzt, in dem Fischerort Ondarroa bei Bilbao, der sonst für sein mittelalterliches Flair bekannt ist.

Fast eineinhalb Jahre später hat die spanische Polizei eine Terrorzelle der Untergrundorganisation Eta zerschlagen - und damit auch die fünf Mitglieder festgenommen, die mutmaßlich für den Anschlag verantwortlich sind. Unter den bei der Razzia Festgenommenen sei der Terrorist Ibai Iparaguirre Burgoa, der der seit langem gesucht werde. Ob er, wie von den Ermittlern vermutet, auch in den Mord an einem Unteroffizier der Armee verwickelt ist, konnten die Behörden nicht bestätigen.

Den fünf Männern werden laut baskischem Innenminister Rodolfo Ares mehrere Attentate im Herbst 2008 zur Last gelegt. Die Eta wählte damals eine besonders hinterhältige Methode, um größtmöglichen Schaden anzurichten: Zunächst schleuderten die Terroristen Brandsätze auf das Gebäude, um die Polizisten hinauszulocken. Dann zündeten sie die Bombe.

Die Eta sei zwar nach wie vor in der Lage zu töten, sagte der Minister am Dienstag in Bilbao. "Sie ist aber so geschwächt wie nie zuvor", sagte Ares. Bei Hausdurchsuchungen in der Umgebung von Bilbao und San Sebastián stellten die Fahnder eine Pistole und Bombenmaterial sicher.

Hungerstreik von Eta-Häftlingen

Die Festnahmen gehen zurück auf eine neue Anti-Terror-Einheit der baskischen Polizei, die nach dem historischen Regierungsantritt der Sozialisten in der Region im Mai 2009 gegründet worden war. Unter den zuvor 30 Jahre lang regierenden Nationalisten hatte die baskische Polizei im Ruf gestanden, aus politischem Kalkül die Eta nur halbherzig zu verfolgen. Die 1959 gegründete Organisation kämpft für die Unabhängigkeit des Baskenlandes und hat seither rund 850 Menschen ermordet. Zuletzt hatte sie im Sommer 2009 mehrere Anschläge auf Mallorca verübt und dort zwei Polizisten getötet.

Die Razzia fand einen Tag nach dem Beginn eines Hungerstreiks unter den 750 Häftlingen der Eta in Spanien und Frankreich statt. Die Gruppe will damit deren Zusammenlegung in baskischen Gefängnissen sowie deren Anerkennung als "politische Häftlinge" erreichen.

kgp/dpa/apn/AFP