Spionage-Vorwurf Rumänien weist irakische Diplomaten aus
Bukarest Die Anwesenheit der Botschaftsmitarbeiter sei "unerwünscht", teilte das rumänische Außenministerium mit. Man habe ihnen nahe gelegt, das Land zu verlassen. Bei ihrer Überwachung hätten rumänische Geheimdienste festgestellt, dass die Diplomaten in Handlungen verwickelt gewesen seien, die mit deren Status nicht vereinbar seien. Diese Formulierung gilt als diplomatische Umschreibung für Spionage.
Ministerpräsident Adrian Nastase erklärte, die Ausweisung der fünf Iraker sei nicht auf Druck der USA erfolgt. In der vergangenen Woche hatten die USA zwei Sicherheitsbeamte der irakischen Uno-Vertretung in New York aufgefordert, das Land binnen 72 Stunden zu verlassen. Außerdem sollen die USA Medienberichten zufolge rund 60 Länder aufgefordert haben, mutmaßliche irakische Spione auszuweisen. Die Amerikaner werfen dem Irak vor, in diesen Staaten insgesamt 300 Spione einzusetzen. Der Irak hat das bisher von sich gewiesen.
Rumänien unterstützt gemeinsam mit zehn weiteren Staaten des ehemaligen Ostblocks die amerikanische Haltung in der Irak-Frage. Im Dezember 2001 hatte Rumänien schon einmal einen irakischen Diplomaten ausgewiesen auf Drängen der Briten. Dem Mann war Spionage vorgeworfen worden.