Stichwort: Der Konflikt um Kaschmir - DER SPIEGEL
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Stichwort Der Konflikt um Kaschmir

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Spannungen an der Grenze zwischen dem indischen und dem pakistanischen Teil des ehemaligen Fürstenstaates Kaschmir gibt es schon seit der Unabhängigkeit des indischen Subkontinents von Großbritannien 1947.

Um einem Konflikt zwischen Hindus und Muslimen vorzubeugen, wurde der Subkontinent damals in die Länder Indien und Pakistan aufgespalten. Doch besonders in Kaschmir hielten die Spannungen an. Indien und Pakistan haben 1948, 1965 und 1971 Kriege um das fruchtbare, landwirtschaftlich intensiv genutzte Kaschmirtal geführt.

Indien beansprucht den größeren südöstlichen Teil Kaschmirs, Pakistan den kleineren im Nordwesten. 1957 hatte Indien seinen Teil Kaschmirs unter der Bezeichnung Jammu und Kaschmir zum Bundesland erhoben und ihm Sonderrechte mit einer uneingeschränkten Autonomie zugebilligt. Gegen indischen Protest übernahm Pakistan 1974 formell die Verwaltung in dem von ihm beherrschten Teil mit Namen Azad Kaschmir (Freies Kaschmir). Eine 1949 beschlossene Volksabstimmung über die politische Zukunft Kaschmirs fand niemals statt.

Der auf indischer Seite liegende Unionsstaat Jammu-Kaschmir ist das einzige Bundesland in dem Vielvölkerstaat mit einer vorwiegend muslimischen Bevölkerung. Von den rund sechs Millionen Einwohnern des an China und Pakistan grenzenden Gebietes bekennen sich zwei Drittel zum Islam, ein Drittel sind Hindus.

Die auf indischer Seite lebenden Muslime Kaschmirs kämpfen für einen eigenen Staat oder den Anschluss an Pakistan, die jenseits der Grenze lebenden Muslime wollen sie dabei unterstützen.

Vor drei Jahren stiegen beide Staaten in den Kreis der Atommächte auf. Indien zündete zwischen dem 11. und dem 13. Mai 1998 fünf unterirdische Atombomben. Pakistan reagierte darauf mit einer Serie eigener Atomtests. Dies verstärkte die Sorge vor einem atomaren Wettrüsten auf dem Subkontinent. Beide Staaten testeten im April 1999 Mittelstreckenraketen. Einen Monat später brachen erneut Kämpfe aus.