Stichwort Scharm al-Scheich
Kairo - Viele Ägypten-Reisende kennen den Badeort Scharm al-Scheich am Südzipfel der Sinai-Halbinsel wegen seiner hervorragenden
Tauchreviere und der mondänen Hotels. Aber die Stadt ist in den vergangenen Jahren
auch zu einem Symbol für den Nahost-Friedensprozess geworden.
Nach dem ersten Friedensvertrag eines arabischen Landes mit
Israel 1979 erhielt Ägypten die 1967 im Sechs-Tage-Krieg besetzte
Sinai-Halbinsel zurück.
Im März 1996 regte US-Präsident Bill Clinton nach einer Reihe von
Selbstmordanschlägen gegen Israel einen Friedensgipfel in Scharm al-Scheich an. Zu dem Treffen erschienen 29 Staats- und
Regierungschefs, darunter der damalige israelische Ministerpräsident
Schimon Peres und der palästinensische Präsident Jassir Arafat. Die
Teilnehmer verabschiedeten eine Resolution, in der die Anschläge
verurteilt wurden.
Im September 1999 gab es in Scharm al-Scheich nach langem
Stillstand einen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Israelis und
Palästinensern: Beide Seiten unterzeichneten damals ein Abkommen für
das Prinzip Land gegen Sicherheit. Darin wurde September 2000 als
Frist für ein Friedensabkommen zwischen beiden Seiten festgelegt.
Im März 2000 leiteten Arafat und der israelische
Ministerpräsident Ehud Barak in dem Badeort offiziell die Phase der
Friedensverhandlungen ein. Bei dem Treffen einigten sich beide
Seiten auf ein Reihe von Kompromissen, um Fortschritte im
Friedensprozess zu ermöglichen.
Der Grundstein zu der touristischen Bedeutung der Stadt wurde
während der israelischen Besetzung der Sinai-Halbinsel gelegt:
Damals entstand das erste Strandhotel. Mittlerweile ist aus dem
einst ruhigen Fischerort ein vor allem bei Europäern beliebtes
Ferienziel geworden, dessen Hotelanlagen und Restaurants sich durch
die ganze Stadt ziehen.