Stichwort: "Tag der Katastrophe" - DER SPIEGEL
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Stichwort "Tag der Katastrophe"

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Jerusalem - Der 15. Mai ist für die Palästinenser der "Tag der Katastrophe" und der Vertreibung (Nakba). Am 14. Mai vor 53 Jahren rief Israels erster Ministerpräsident David Ben Gurion den unabhängigen Staat Israel aus. Darauf folgten ein Krieg zwischen den arabischen Nationen und Israel sowie die Flucht von rund 900.000 Palästinensern.

Wegen der Bedeutung des Datums wird in den kommenden Tagen mit weiteren Gewaltausbrüchen in den palästinensischen Autonomiegebieten gerechnet. Bis zum heutigen Tag stimmen beide Seiten in ihren Gebietsansprüchen nicht überein.

Im Jahr 1947 versuchten die Vereinten Nationen (Uno), die über drei Jahrzehnte anhaltenden Kämpfe zwischen Juden und Palästinensern zu beenden, indem sie eine Aufteilung des damals unter britischer Verwaltung stehenden Palästina vorschlugen. Die Araber, die es ablehnten, den jüdischen Immigranten Teile ihres Landes zu überlassen, stellten sich gegen diese Pläne. Es folgten weitere Kämpfe, worauf die Uno ihren Teilungsplan aufgab und die Briten sich für die Auflösung ihres Mandats über Palästina entschieden.

Am 14. Mai 1948, kurz nachdem der letzte britische Soldat das Land verlassen hatte, rief der jüdische Nationalrat den unabhängigen Staat Israel aus. Drei Tage später marschierten Truppen der arabischen Staaten ein und eroberten den heutigen Gaza-Streifen, das Westjordanland und den Ostteil Jerusalems. Im Sechs-Tage-Krieg von 1967 eroberten die Israelis die Gebiete zurück.

In Friedensgesprächen im vergangenen Jahr gelangten Israel und die Palästinenser Völker zu keiner übereinstimmenden Interpretation der Vorgänge im Jahr 1948.