Straßenschlachten Polizei in Guinea erschießt zahlreiche Demonstranten
Conakry - Die Demonstranten wurden in verschiedenen Vororten der Hauptstadt Conakry erschossen, wie Ärzte und Gewerkschaftsvertreter mitteilten. Seit Beginn eines Generalstreiks in Guinea am 10. Januar starben damit bereits fast 30 Menschen. Nach Krankenhausangaben wurden heute mindestens hundert weitere Menschen bei Straßenschlachten verletzt.
In den Vororten von Conakry waren Protestzüge in Richtung des Präsidentenpalastes in der Hauptstadt unterwegs. Auch in anderen Städten des Landes demonstrierten Tausende gegen den Staatschef. Dabei kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.
14 Oppositionsparteien unterstützen den von Gewerkschaften auf unbegrenzte Zeit ausgerufenen Generalstreik, mit dem der seit 1984 regierende Conté zum Rücktritt gezwungen werden soll. Contés Gegner werfen dem gesundheitlich stark angeschlagenen 72-jährigen Politiker Korruption und Machtmissbrauch vor.
Auch die Kirchen in dem bitterarmen Land an der Westküste Afrikas kritisieren die "schlechte Regierungsführung" und halten Conté die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Bevölkerung vor. Die Regierung bezeichnet den Generalstreik als "politischen Aufstand". Am Sonntag hatte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon Regierung und Opposition in Guinea zur Zurückhaltung aufgerufen.
phw/AFP/reuters