Streit um Nuklearprogramm: Atomgespräche mit Nordkorea gescheitert - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Streit um Nuklearprogramm Atomgespräche mit Nordkorea gescheitert

Die neue Runde der Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm in Peking ist endgültig geplatzt. Der Unterhändler Nordkoreas, Kim Kye Gwan, machte sich bereits auf die Heimreise.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Peking - Der nordkoreanische Vizeaußenminister ist nach südkoreanischen und japanischen Berichten am Flughafen in Peking erschienen, um nach Pjöngjang zurückzufliegen. Auch ein Teil der russischen Delegation sei bereits abgereist, verlautete aus diplomatischen Kreisen. Gestern hatten sich die Delegationsleiter darauf geeinigt, heute erneut zusammenzutreffen, nachdem die nordkoreanische Delegation am Dienstag und Mittwoch einer Reihe von Treffen ferngeblieben war.

Grund für das Scheitern sind die festgefahrenen Verhandlungen über die Freigabe bislang eingefrorener nordkoreanischer Guthaben im Ausland. Einige Delegationen müssten deshalb zu Beratungen in ihre Länder zurückreisen, hieß es. Die US-Regierung hat zwar die Freigabe der 25 Millionen US-Dollar von einer Bank in Macau auf ein nordkoreanisches Konto zugesagt. Die Führung in Pjöngjang verlangt jedoch, dass das freigewordene Geld auf ihren Konten angekommen sein muss, bevor sie über die atomare Abrüstung weiterverhandelt.

Der Geldtransfer wurde unter anderem deswegen verzögert, weil die Bank of China die Annahme verweigert hatte. Die chinesische Bank wollte offenbar nichts mit Finanzmitteln zu tun haben, die nach US-Angaben aus Geldwäsche und -Fälschung oder dunklen Geschäften stammen.

Bei den Gesprächen in Peking wollten Nordkorea, die USA, China, Südkorea, Japan und Russland eigentlich über Details der im Februar vereinbarten Schließung der nordkoreanischen Atomanlagen innerhalb von 60 Tagen und ihrer anschließenden Beseitigung sprechen. Außerdem soll Nordkorea erstmals seit 2002 wieder Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ins Land lassen. Als Gegenleistung wurden dem Land Wirtschafts- und Energiehilfen zugesagt.

anr/dpa/Reuters/AP/AFP