Südafrika: Ex-Präsident Botha ist tot - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Südafrika Ex-Präsident Botha ist tot

Der Präsident der letzten rassistischen Regierung in Südafrika ist tot. Zeit seines Lebens hatte Pieter W. Botha es abgelehnt, sich für die Apartheid-Politik zu entschuldigen. Jetzt starb der Mann, der wegen seiner Unnachgiebigkeit "Altes Krokodil" genannt wurde, im Alter von 90 Jahren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kapstadt - Der Ex-Präsident war der letzte Vertreter an der Spitze Südafrikas, der sich gegen den Widerstand der schwarzen Mehrheitbevölkerung und trotz wachsender internationaler Isolierung für die Beibehaltung der Rassentrennung einsetzte. Sein Konfrontationskurs und seine jähzornige Art trugen ihm in seiner Regierungszeit von 1978 bis 1989 den Spitznamen "Altes Krokodil" ein. Botha hatte sich 1989 nach einem Schlaganfall aus der Politik zurückziehen müssen. Sein Amt übernahm damals Frederik De Klerk.

Die von der Regierung Nelson Mandela eingesetzte Wahrheitskommission befand 1998, dass sich Botha schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht hatte. Wegen seiner sich verschlechternden Gesundheit blieb Botha aber von einer Strafverfolgung verschont.

Frederik De Klerk rückte von dem unnachgiebigen Kurs Bothas ab, ließ den prominentesten politischen Gefangenen Nelson Mandela aus dem Gefängnis frei und bereitete das Ende der Apartheid mit vor. Er machte nahezu alle Maßnahmen Bothas rückgängig - insbesondere die Gesetze, die Grundlage der Rassendiskriminierung waren.

Botha dagegen lehnte es Zeit seines Lebens ab, sich für die Apartheid-Politik zu entschuldigen. Zugleich bestritt er, von der Tötung von mehr als 2000 Menschen durch seine Sicherheitskräfte gewusst zu haben.

Pieter W. Botha starb in seinem Haus in Wilderness an der Kapküste, wo er die letzten Jahre abgeschieden von jeder Öffentlichkeit verbracht hatte.

fok/AFP/AP/Reuters